Pieren Nadja · Nationalrat · 2012-05-02
Pieren Nadja · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2012-05-02
Wortprotokoll
Gleichstellung hat nichts mit Rosinenpickerei zu tun. Gleichstellung kann nicht nur dort gefordert werden, wo es die Linken gerne sehen würden. Eine tatsächliche Gleichstellung von Mann und Frau würde für mich auch heissen, dass im Scheidungsfall Väter betreffend Sorgerecht der Kinder nicht diskriminiert und auch finanziell nicht abgestraft werden. Es heisst für mich, dass Frauen in unserem Land nicht verschleiert herumlaufen müssen, dass Mädchen und Frauen nicht vom Schwimm- und Turnunterricht oder von der Teilnahme an Schullagern abgehalten werden und dass Frauen, egal welchen Glaubens und welcher kulturellen Gesinnung, nicht diskriminiert werden. Von alldem wird in Abschnitt 7a nichts gefordert.
In Abschnitt 7a werden aber ganz klar staatliche Quotenfrauen gefordert. Ich persönlich bin stolz, dass ich alles in meinem Leben aus eigener Kraft geschafft habe, beruflich wie auch politisch. Ich wäre nicht stolz auf mich, wenn ich meinen Erfolg nur dem Umstand zu verdanken hätte, dass ich eine Frau bin und gegenüber Männern staatlich gefördert werde. Ich wäre nicht stolz auf mich, wenn man mich nur brauchen würde, weil ich eine Quotenfrau wäre. Es ist nicht Sache des Staates, der Privatwirtschaft zu sagen, wie viel Personal nach Geschlecht aufgeschlüsselt man einstellen muss und wie viel Lohn diese Personen zu verdienen haben und wer in den Verwaltungsräten der Firmen sitzt; das kann die Wirtschaft sehr wohl auch alleine bestimmen. Übrigens, noch als kleine Bemerkung - es wurde hier jetzt oft die Lohngleichheit angesprochen -: Meines Wissens habe ich das gleich hohe Taggeld wie meine männlichen Nationalratskollegen auch.
Weil wir keine Quotenfrauen und auch keine Rosinenpicker-Gleichstellung wollen, unterstützt die SVP-Fraktion die Minderheit Aeschi Thomas. Ich bitte auch die lieben Kolleginnen und Kollegen der anderen Parteien, die Minderheit Aeschi Thomas zu unterstützen.