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preparatory:AB 125000

Candinas Martin · Nationalrat · Graubünden · Fraktion CVP-EVP · 2012-05-31

Wortprotokoll

Bei meinem Antrag geht es um die Aufnahme des Vereinatunnels ins Nationalstrassennetz. Die Zufahrt zum Vereinatunnel, die Prättigauer Strasse, ist bereits heute Teil des Nationalstrassennetzes. Der Vereinatunnel, der Zugang ins Engadin, gehört heute nicht dazu. Auf dem Weg ins Engadin gibt es keine Schnellstrecke des öffentlichen Verkehrs als Alternative. Einheimische und Touristen sind vor allem im Winter auf eine Strassenanbindung angewiesen. Letztlich geht es um die Anbindung einer der wichtigsten touristischen Regionen der Schweiz ans Nationalstrassennetz. Ohne diesen Ergänzungsvorschlag ist der nordöstliche Teil des Kantons, das Engadin, bald der grösste weisse Fleck auf der Landkarte des Nationalstrassennetzes.

Der Autoverlad am Vereina ist von nationaler Bedeutung, gehört das Engadin doch zu den national und international bekanntesten Tourismusdestinationen. Im Tourismusland Schweiz sollte man diesem Umstand Beachtung schenken. Die Tatsache, dass der Bund bereit war, 680 Millionen Franken in den Bau des Vereinatunnels zu investieren, zeigt, dass es sich um eine Verkehrsverbindung von nationaler Bedeutung handelt. Der Bundesrat hat im Sachplan Verkehr explizit festgehalten, dass neu Strecken ins Nationalstrassennetz aufgenommen werden sollen, wenn es sich um "Verkehrsanlagen von gesamtschweizerischer Bedeutung" handelt; auf Seite 755 der Botschaft ist dieses Kriterium 4 explizit erläutert. Wer also ebenfalls der Meinung ist, dass der Autoverlad am Vereina eine Lückenschliessung im Strassenverkehrsnetz von nationaler Bedeutung ist, sollte diesem Antrag zustimmen.

In der nationalrätlichen Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen wurde im März eine volkswirtschaftliche Studie zu Finanzierung und Produktivität der Verkehrsinfrastruktur unter dem Titel "Wachstumsrelevanz der Erreichbarkeit" der BAK Basel von Professor Doktor Urs Müller vorgestellt. In einer Folie wurde die Veränderung der Erreichbarkeit via öffentlichen Verkehr durch den Gotthard-Basistunnel aufgezeigt. Der Kanton Graubünden war ein weisser Fleck. Die Porta Alpina hätte das verhindern können. Leider wird sie zumindest in den nächsten Jahren nicht gebaut. So meine ich, dass der Kanton Graubünden die Aufnahme des Vereinatunnels ins Nationalstrassennetz auch aus diesem Grund mehr als verdient hätte.

Ermöglichen Sie mit mir, dass der flächenmässig grösste Kanton der Schweiz, der wichtige und wunderschöne Kanton Graubünden, eine gute Anbindung ans Nationalstrassennetz hat, und unterstützen Sie meinen Minderheitsantrag. Dieser fand in der Kommission grosse Unterstützung, so gross, dass der Präsident sogar den Stichentscheid fällen musste. Ich danke Ihnen für die Unterstützung.