Meier-Schatz Lucrezia · Nationalrat · 2012-06-14
Meier-Schatz Lucrezia · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion CVP-EVP · 2012-06-14
Wortprotokoll
Ich äussere mich kurz zu Artikel 19, denn wir beantragen bei diesem Artikel 19 Festhalten an unserem früheren Entscheid. Dieser betrifft eigentlich ausschliesslich den Pflegebereich, denn wir sind uns bewusst, dass uns die Alterung der Bevölkerung Probleme bereiten wird.
Lassen Sie mich nur kurz in Erinnerung rufen: Eine grosse Mehrheit der älteren Menschen wird von ihren Angehörigen betreut und gepflegt. Nur jede fünfte Person verbringt ihren Lebensabend in einem Alters- oder Pflegeheim. Auch wissen wir, dass die Mehrheit der älteren Menschen wünscht, in Zukunft zu Hause von ihren eigenen Familienangehörigen gepflegt zu werden. Vergessen werden aber dabei oft die Angehörigen, die Partner oder Partnerinnen, die eigenen erwachsenen Kinder, die diese Begleitung und Pflege übernehmen. Diese erbringen oft sehr grosse Opfer und überschreiten dabei nicht selten die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Sie aber dürfen mit dieser Doppelbelastung nicht länger alleingelassen werden. Das heisst, sie sind auf externe, qualifizierte Hilfe angewiesen.
Wir haben heute aber nicht genügend Personen, die einen Pflegeberuf wählen. Diese Situation führt zu einer schwierigen Ausgangslage: Uns fehlen im Pflegebereich ausgebildete Personen. Das spüren nicht nur die Alters- und Pflegeheime, sondern auch Institutionen, die täglich im Einsatz zugunsten der pflegebedürftigen Menschen sind, wie etwa die Spitex oder die Pro Senectute. Somit sind wir vermehrt auf Personen aus dem Ausland angewiesen; sie übernehmen die Betreuung und die Begleitung pflegebedürftiger Menschen.
Wir sollten aber dafür besorgt sein, dass wir selber für unsere älter werdende Bevölkerung sorgen können. Es braucht deshalb sowohl die Förderung der Ausbildung im Pflegebereich als auch die Ausarbeitung einer nationalen Strategie, damit die wertvolle Arbeit der verschiedenen Akteure übersichtlicher und koordinierter wahrgenommen wird.
Nach wie vor wird über die Tragweite der demografischen Zusammenhänge zu wenig nachgedacht und reflektiert. Es muss uns daher ein Anliegen sein, dass wir in dieser neuen Legislaturperiode neue Akzente setzen.
Deshalb bitte ich Sie, wie ich das bereits einleitend gesagt habe, dem Entscheid der Einigungskonferenz zuzustimmen und unseren früheren Entscheid zu bestätigen.