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Fetz Anita · Ständerat · 2012-06-01

Fetz Anita · Ständerat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion · 2012-06-01

Wortprotokoll

Wussten Sie, dass eine der häufigsten Todesursachen bei Frauen ein Herzinfarkt ist? Ich jedenfalls wusste das bis vor ein paar Jahren nicht. Und ich glaube, dass auch viele von Ihnen das nicht wussten. Ich ging bis vor ein paar Jahren davon aus, dass typischerweise Männer hiervon betroffen seien. Wissen Sie, warum so viele Frauen an einem Herzinfarkt sterben? Weil sich bei Frauen die Symptome ganz anders zeigen als bei Männern und sie deshalb oft zu spät oder falsch diagnostiziert werden. Nicht einmal alle Fachleute wissen das, geschweige denn die potenziell Betroffenen und die Bevölkerung.

Wussten Sie, dass eines der grössten Drogenprobleme bei Männern der Alkoholkonsum ist und dass dafür oft nichtdiagnostizierte Depressionen mit ursächlich sind? Man kann ein Alkoholproblem nicht therapieren, wenn man die Ursachen für dieses nicht kennt. Nicht einmal alle Fachleute wissen das, geschweige denn die Betroffenen und die Bevölkerung.

Genau darum geht es in diesem Gesetz: Es geht um Informationen als Voraussetzung für eigenverantwortliches Handeln; es geht auch um die Steuerung und die Koordination der Angebote, damit kein Geld verschwendet wird. Sie haben es gehört: Die Präventionsausgaben betragen etwas mehr als 2 Prozent der Gesundheitsausgaben. Das ist lächerlich wenig! Wer meint, er könne die Gesundheitskosten reduzieren, indem er heute zu dieser Vorlage Nein sagt, der [PAGE 378] irrt sich ganz gewaltig und darf sich in Zukunft auch nicht mehr darüber beklagen, dass die Gesundheitskosten unaufhörlich steigen. Es gibt, ehrlich gesagt, nur ein Mittel gegen die steigenden Gesundheitskosten: Wir können zwar den technischen Fortschritt nicht aufhalten, können aber den Leuten Informationen geben, wie sie sich selbstständig gesund erhalten können, womit Milliarden eingespart werden können. Das, meine ich, ist ein sehr guter Grund, zu diesem Gesetz Ja zu sagen.