Wasserfallen Christian · Nationalrat · 2012-09-11
Wasserfallen Christian · Nationalrat · Bern · FDP-Liberale Fraktion · 2012-09-11
Wortprotokoll
Wir haben in der Fraktion festgestellt, dass die Fraktionsmehrheit der Kommissionsmehrheit folgen wird, damit man diese Erhöhung bzw. Glättung durchführen kann. Ich verzichte darauf, die ganze Argumentation noch einmal vorzubringen, weil ich das schon in meinem Eintretensvotum gemacht habe.
Wichtig erscheint mir aber der folgende Punkt: Wenn man die Studierendenzahlen zu Beginn der BFI-Periode anschaut, vor allem in den Jahren 2013 und 2014, und das Mittelwachstum, das der Bundesrat vorgesehen hat, muss man wirklich sagen, dass dort die Gewichtung bei der Mittelverwendung falsch ist. Mit dem Antrag der Mehrheit der [PAGE 1299] Kommission ist es möglich, bei der Mittelallokation die richtige Gewichtung vorzunehmen, so, wie sie etwa den Studierendenzahlen in der Realität entsprechen wird, ohne dass eine Hochschule, eine Fachhochschule, eine Universität oder die ETH schlussendlich eine Kompensation vornehmen muss. Das müsste das Ziel sein, wenn wir eine gute Politik im Bildungsbereich machen wollen.
Noch nicht geäussert habe ich mich zum ganzen Mint-Bereich, zum Antrag der Minderheit Quadranti. Der Mint-Bereich soll nach dem Willen der Kommissionsmehrheit eigentlich mit 10 Millionen Franken mehr ausgestattet werden. Die Kompetenzen in diesem Bereich gilt es zu fördern. Es ist so, wie der Vorredner auf Französisch gesagt hat: Es finden derzeit im ganzen Mint-Bereich rund zweihundert Aktivitäten statt. Die eine Aufgabe wird es sein, in diesem System die einzelnen Aktivitäten zu koordinieren, damit man sie etwas besser dazu nutzen kann, wirklich Schub zu entfalten. Die zweite Aufgabe wird es sein, 10 Millionen Franken in der Mint-Förderung auf jeglicher Stufe zu investieren. Da können wir nicht einfach etwas weniger geben.
Ich darf an Folgendes erinnern: Wir haben heute eine Situation, in der die Studierendenzahlen im Mint-Bereich leicht ansteigen. Es gibt einige Teilbereiche, in denen der Anstieg grösser ist, und einige, in denen er geringer ist, aber es ist doch eine positive Trendentwicklung festzustellen. Es wäre schade, diesen Schwung - einen Silberstreifen am Horizont - nicht auszunutzen und wieder auf Sparflamme zu gehen. So gesehen geht es wieder um das Bild des Supertankers: Wenn wir heute die Mittel entsprechend allozieren und etwas mehr Gas geben, stimmt vielleicht in fünf bis zehn Jahren das Tempo.
Erwarten Sie also ja nicht, dass diese Mittelallokation - sei das die generelle Glättung bzw. Erhöhung oder sei das im Speziellen auch die Erhöhung im Mint-Bereich - unmittelbar für Resultate sorgen wird. Das können Sie vergessen. Sie müssen wirklich mit einem Zeitraum von mehreren Jahren rechnen. Es geht schon nur vier bis fünf Jahre, bis einige Studierende das Grundstudium abgeschlossen haben, noch länger, bis sie dann in den Firmen operativ sind. Ich darf stolz sagen, dass vor allem die Fachhochschulabsolventen ziemlich stark darauf bedacht sind, in den Firmen gleich mitzuziehen, vom Studium weg. Auch die ETH- und Uni-Absolventen sollen fähig sein, möglichst schnell im Berufsleben Tritt zu fassen. Wir müssen aber halt schon schauen, dass wir die Mittel entsprechend einsetzen, damit sich die Zahl der Studierenden positiv entwickelt.
Ein letztes Wort zum Mint-Bereich: Es steht auch uns Politikerinnen und Politikern gut an, das Interesse der Jungen zu wecken. Das geht meist damit einher, dass man bei den Jungen Begeisterung auslösen kann. Wenn die Jungen zum Beispiel ein i-Phone in den Händen halten, muss man vielleicht auch mal die Frage stellen: Wer hat dieses Ding erfunden und entwickelt? Wahrscheinlich war es auch ein Ingenieur oder eine Ingenieurin, der oder die da irgendwelche Leistungen erbracht hat. Darin zeigt sich der Wert der Mint-Fächer.