Schneider-Ammann Johann N. · Bundesrat · 2012-09-24
Schneider-Ammann Johann N. · Bundesrat · Bern · 2012-09-24
Wortprotokoll
In den letzten zehn Jahren lag die Erwerbslosenquote gemäss Definition der Internationalen Arbeitsorganisation für Frauen bei durchschnittlich 4,5 Prozent gegenüber 3,6 Prozent bei den Männern. Ein Grund für die höhere Erwerbslosenquote von Frauen ist, dass Frauen häufiger keinen nachobligatorischen Schulabschluss haben als Männer. Besonders deutlich ist dieses Bildungsdefizit bei Frauen aus Nicht-EU-Staaten. Ein zweiter wichtiger Grund ist, dass sich Frauen häufiger aus familiären Gründen vorübergehend vom Arbeitsmarkt zurückziehen. Der Wiedereinstieg in den Beruf ist dann mit einem erhöhten Erwerbslosigkeitsrisiko verbunden.
Ein Ansatzpunkt zur Verringerung der Unterschiede liegt in der Stärkung von Bildung und Weiterbildung. So [PAGE 1596] beabsichtigen Bund und Kantone unter anderem, die Abschlussquote auf Sekundarstufe II auf 95 Prozent zu erhöhen. Weiter hat der Bund mit dem neuen Ausländergesetz seine Integrationspolitik gestärkt. Ein dritter Ansatz liegt in besseren Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Mit der Anstossfinanzierung für die familienergänzende Kinderbetreuung hat der Bund ebenfalls einen wichtigen Impuls gegeben.