Freysinger Oskar · Nationalrat · 2012-09-27
Freysinger Oskar · Nationalrat · Wallis · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2012-09-27
Wortprotokoll
Als vorletzter Redner weiss ich nicht, nachdem so vieles gesagt wurde, was ich noch für neue Argumente bringen könnte. Also komme ich wieder mal mit etwas Humor und Poesie. Die Ratslinke mit ihrem untrüglichen Sinn für Humor wird es mir selbstverständlich nicht nachtragen - so hoffe ich.
Nun, ich finde, die Juso gehen nicht weit genug! Was soll das, 1 zu 12? Nicht 1 zu 12 muss es heissen, sondern 1 zu 1, das wäre mal richtig kommunistisch gedacht. Also dazu eine kleine Fabel in Versen, eine Art Jahresspiegel, der "Eins zu zwölf" heisst:
Meine Damen und Herren,
der Jänner war nur einer,
und einer sein will keiner, [PAGE 1755]
jedoch zu zwölft verging das Jahr,
was nichts als Wucher war,
denn ein zwölffacher Lohn
spricht jedem Monat Hohn.
Es sprach der Januar,
der drum erkältet war:
Aus zwölfen mach ich einen,
darüber duld ich keinen,
und dann herrscht weit und breit
nur noch Gerechtigkeit.
Die alten Jahreszeiten
mussten sich selbst verheizen,
sie zogen sich warm an
und waren doch arm dran.
Den Februar, den März
erboste dieser Scherz;
der Mai und der April
blieben betreten still;
der Juli, der August
empfanden grossen Frust;
September und Oktober
hatten nur Zorn im Schober;
und der kühle November
kam gar nicht bis Dezember.
Das war die grosse Wende:
Das Dutzend war am Ende.
Es herrschte Jahr für Jahr
nur noch der Januar.
Und die Moral davon: Es wird kein bisschen warm,
macht man das Reiche arm.
Danke fürs Zuhören.