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Gmür Alois · Nationalrat · 2012-09-27

Gmür Alois · Nationalrat · Schwyz · Fraktion CVP-EVP · 2012-09-27

Wortprotokoll

Als Gewerbler und Unternehmer habe ich nicht mehr als zwölfmal mehr Lohn, Herr Giezendanner, als der am tiefsten bezahlte Mitarbeiter.

Ich begreife den Unmut vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Die Exzesse im Lohnbereich bringen unter dem Strich den Managern viel, aber sicher nicht den Unternehmen. Sie schaffen Unzufriedenheit, Missgunst und Neid und vergiften das wirtschaftliche und soziale Klima. Sie gefährden den sozialen Zusammenhalt. Supermenschen, die hundert- oder gar zweihundertmal mehr leisten als der Durchschnitt, gibt es nicht. Es ist reine Geldgier von sogenannten Top-Führungsleuten, die sich selbst am Lohntopf bedienen. Überrissene Spitzenlöhne sind letztlich auch das Resultat einer mafiaartigen Zusammenarbeit von Topmanagern, Verwaltungsräten und Beratern, die sich gegenseitig immer höhere Gehälter zuschanzen. Der Zusammenhang zwischen den Gehältern und den erbrachten Leistungen fehlt. Der freie Markt treibt hier wirklich seltsame Blüten. Dabei ist in jedem Unternehmen das funktionierende Zusammenspiel eines Teams für Erfolg oder Misserfolg verantwortlich.

Trotzdem bin ich der Meinung, dass die Lohngestaltung weiterhin zu hundert Prozent von der Privatwirtschaft gemacht werden muss. Es ist nicht Sache des Staates, bei der Lohnpolitik Rahmenbedingungen für die Privatwirtschaft zu schaffen und diese sogar in der Bundesverfassung zu verankern.

Ich appelliere an die Top-Führungskräfte, den gesunden Menschenverstand zu gebrauchen, masszuhalten und nicht zu übertreiben. Unser Land braucht auch bei der Lohnpolitik Teamplayer. Wenn jemand von der Gier besessen ist, nützen Gesetze nichts, wir haben es heute gehört. Diese Leute finden immer Wege, ihre krankhafte Gier zu befriedigen.

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