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Giezendanner Ulrich · Nationalrat · 2012-09-27

Giezendanner Ulrich · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2012-09-27

Wortprotokoll

Was ich heute hier zum Teil von Linken und Grünen gehört habe, ist haarsträubend. Obwohl ich bald keine Haare mehr habe, sträuben sich mir die Nackenhaare. Ich muss es Ihnen sagen, ich deklariere es offen: Meine Söhne und ich sind die Mehrheitsaktionäre der Giezendanner-Gruppe, die heute mehrere Unternehmen umfasst. Am 4. November wird es 40 Jahre her sein, dass ich als 19-Jähriger die Fuhrhalterei meiner Eltern übernahm. In diesen 40 Jahren, meine Damen und Herren von der Linken, habe ich mehr als 300 Arbeitsplätze geschaffen. Im Jahr 1976 war es, als ich aus meiner Fuhrhalterei eine Transport-AG, eine Aktiengesellschaft machte. Im Klartext: Seit dieser Zeit bin ich Angestellter in meiner eigenen Unternehmung und habe einen Lohnausweis. Im Unterschied aber zu meinen Angestellten habe ich mir in der guten Zeit manchmal mehr als zwölfmal den Mindestlohn ausbezahlt; dazu stehe ich.

Wenn ich dann ein paar Franken auf der Seite hatte, machte ich keine Luxusreisen und kaufte keinen Rolls-Royce und keine Riesenvilla - ich bin ja Unternehmer. Wissen Sie, was ich mit den angesparten Löhnen gemacht habe? Ich habe weitere Unternehmen gegründet oder mich an anderen Unternehmen beteiligt. Diese Unternehmen, meine Damen und Herren von links-grüner Seite, bieten heute über 600 Arbeitsplätze in der ganzen Schweiz - über 600 Arbeitsplätze! Und das alles nur deshalb, weil ich mir manchmal mehr als zwölfmal den Mindestlohn gegeben habe - nehmen Sie das zur Kenntnis! Als in der Schweiz einmal eine Rezession war, wissen Sie, was ich gemacht habe? Ich habe meine eigene Transportunternehmung mit eigenen finanziellen Mitteln gestützt, weil meine Leute mir mehr galten und wichtiger waren als das Ferienhaus. Das konnte ich aber nur deshalb tun, weil ich zuvor gutes Geld verdient hatte und weil ich immer dazu stand, dass ich Geld verdienen will, was ich auch heute noch will. Es wäre ja eine Katastrophe, wenn ich kein Geld verdienen würde. Stellen Sie sich vor, Sie, die Sie keine Arbeitsplätze geschaffen haben, wie schlimm das für die Schweizer Wirtschaft wäre, wenn alle so denken würden wie Sie!

Für mich gilt die Sicherheit etwas in meinem Betrieb. Mit der vorliegenden Initiative aber könnten Sie keine Arbeitsplätze schaffen. Ich frage Sie, Herr Wermuth, Sie als Präsident der Jungsozialisten: Wie viele Arbeitsplätze haben Sie geschaffen? Keine, null - so ist das! Wie viel Risikokapital haben Sie auf der linken Seite aus Ihrem eigenen Sack schon mal eingesetzt, wie viel? Nichts! Sie nehmen nur immer! Das ist einfach, das muss ich Ihnen sagen. (Unruhe)

Ich gebe zu, ich habe auch Mühe mit überrissenen Managerlöhnen, aber es sind ganz wenige. Es sind vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen, die dieses Land tragen, es sind Unternehmer, die aus Überzeugung ihr eigenes Geld einsetzen, weil sie von Herzen Unternehmer sind. Diese Initiative ist schädlich für die KMU, nicht für die Grossen; für die KMU ist sie schädlich, für die Arbeitsplätze in unserem Land.

Ich bitte alle Parlamentarier, die die KMU als tragende Säule der Schweizer Wirtschaft anerkennen, mit ihrem Nein zu dieser Initiative zu bezeugen, dass sie die KMU schätzen.