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Imoberdorf René · Ständerat · 2012-09-10

Imoberdorf René · Ständerat · Wallis · Fraktion CVP-EVP · 2012-09-10

Wortprotokoll

Durch die Annahme der Zweitwohnungs-Initiative ist der Bau neuer touristischer Zweitwohnungen stark eingeschränkt. Deshalb muss nun aus energetischer Sicht der Fokus auf die Sanierung des bestehenden Gebäudeparks gelegt werden. Ein grosser Teil der touristischen Zweitwohnungen wurde in den Sechziger- und Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts erstellt. Diese Wohnungen sind oft sehr schlecht isoliert und müssen dringend energetisch saniert werden.

Viele dieser touristischen Zweitwohnungen sind noch mit Öl- oder Elektroheizungen ausgerüstet. Diese Heizungssysteme müssen unbedingt durch Systeme mit neuen erneuerbaren Energien wie Wärmepumpen und Solaranlagen ersetzt werden. Selbstgenutzte touristische Zweitwohnungen werden während eines grossen Teils des Jahres nicht bewohnt; selbst bei vermieteten Zweitwohnungen liegt die durchschnittliche Belegung selten über sechzig Tagen. Wegen der [PAGE 654] schlechten Isolation müssen diese Zweitwohnungen oft während der Wintermonate geheizt werden, um Kälteschäden zu vermeiden.

Im Gegensatz zu dauerhaft bewohnten Gebäuden ist bei Zweitwohnungen der Anreiz zur energetischen Sanierung geringer. Durch die energetische Sanierung der touristischen Zweitwohnungen kann ein nicht zu vernachlässigender Beitrag zur Reduktion des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen geleistet werden. Zudem werden dadurch die touristischen Zweitwohnungen besser vermietbar, was sicher auch im Interesse des Tourismus ist. Schliesslich kann damit der durch die Annahme der Zweitwohnungs-Initiative bedingte Verlust an Arbeitsplätzen insbesondere in den strukturschwachen Regionen reduziert werden. Diese Motion hat also ganz klar auch einen wirtschaftspolitischen Hintergrund.

Ich erinnere Sie daran, dass in der Schweiz mehr als 40 Prozent des Energieverbrauchs auf den Gebäudesektor zurückzuführen sind. Bei den bestehenden Gebäuden gibt es also ein erhebliches Potenzial zur Reduktion des Energieverbrauchs und damit zur Verminderung der CO2-Emissionen. Wenn nun der Bundesrat in seiner Stellungnahme sagt, dass Zweitwohnungen dabei nur einen kleinen Teil ausmachen würden, erinnere ich daran, dass es in unserem Land etwa 500 000 Zweitwohnungen gibt. Das macht immerhin 12 Prozent des gesamten Wohnungsbestandes aus.

Die mit der Motion vorgeschlagene Massnahme kann rasch und ohne zusätzliche Belastung des Bundeshaushaltes umgesetzt werden. Ich möchte Sie bitten, die Motion zu unterstützen.