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Engler Stefan · Ständerat · 2012-09-20

Engler Stefan · Ständerat · Graubünden · Fraktion CVP-EVP · 2012-09-20

Wortprotokoll

Man kann ja auch von einer Antwort des Bundesrates befriedigt sein. Das bin ich, trotzdem möchte ich noch zwei, drei Worte dazu sagen.

Ich bin dem Bundesrat dankbar, dass er gegenüber diesem Thema sensibel ist. Wildtiere suchen ihre Wege durch unser immer dichter bebautes Land. Das ist eine Herausforderung [PAGE 832] für den Bund, für die Kantone und für die Gemeinden - beileibe nicht nur in Graubünden, sondern ganz besonders auch im Mittelland. Die Antwort des Bundesrates auf meine Interpellation zu den meist nächtlichen und unerkannten Wegen unseres Wildes befriedigt insofern, als wir zur Kenntnis nehmen können, dass das Problem der Wildtierkorridore in der Verwaltung erkannt und auch bearbeitet wird. Dafür sei herzlich gedankt. Gleichzeitig haben wir aus der Antwort Folgendes zur Kenntnis zu nehmen: Einigen Verbesserungen für das einheimische Wild stehen ebenso viele Verschlechterungen durch plötzlich unterbrochene oder abgeschnittene Korridore entgegen. Insgesamt ergab sich zwischen 2001 und 2011 eine leichte Verschlechterung der Situation; das ist wiederum bedauerlich.

Ich möchte den Bundesrat aber ermuntern, das nicht einfach hinzunehmen, sondern seine Bemühungen in diesem Bereich aktiv und gemäss wildbiologischen Bedürfnissen zu verstärken. Da in den letzten zehn Jahren kein wesentlicher Fortschritt erfolgt ist, scheint es mir angebracht, den Einsatz der Mittel dafür zu erhöhen, deren Wirksamkeit zu verbessern und gleichzeitig den Prozess der Sanierung der national bedeutenden Wildtierkorridore zu beschleunigen.

Darum bitte ich den Bundesrat, bei Wildtierkorridoren auch kostengünstige Möglichkeiten, die oft nicht in Betracht gezogen werden, zu berücksichtigen, etwa die Verwendung von Holzkonstruktionen, die schnell und günstig einzurichten und genauso wirksam sind. Gleichzeitig ist der Berücksichtigung der Bedürfnisse unserer einheimischen Fauna auch auf Ebene der Kantone und Gemeinden in der Richt- und Raumplanung verstärkt Nachachtung zu verschaffen.

Wenn es dem Bundesrat mit seiner Biodiversitätsstrategie ernst ist - und ich habe keinen Grund, daran zu zweifeln -, dann legt er uns in zehn Jahren einen Bericht über die Wildtierkorridore vor, der eine deutliche Verbesserung und keine schleichende Verschlechterung aufzeigt. Das wäre dann sehr erfreulich.