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Villiger Kaspar · Bundesrat · 2001-06-18

Villiger Kaspar · Bundesrat · Luzern · 2001-06-18

Wortprotokoll

1997 hat die Eidgenössische Bankenkommission (EBK) eine breit abgestützte Untersuchung zur Ermittlung der Abschreibungen und Verluste der Schweizer Kreditbanken im einheimischen Kreditgeschäft durchgeführt. Die kumulierten Zahlen der vier untersuchten Bankengruppen - Kantonalbanken, Regionalbanken, Raiffeisenbanken und Grossbanken -, die zusammen etwa 90 Prozent des Kreditgeschäftes verkörpern, ergaben für die Jahre 1991 bis 1996 Verluste in der Höhe von insgesamt rund 42,3 Milliarden Franken im Schweizer Kreditgeschäft. Im Durchschnitt erlitten die betroffenen Banken zwischen 1991 und 1996 Verluste, die ungefähr 8,5 Prozent des mittleren Kreditbestandes der Schweiz darstellen, welcher sich auf rund 500 Milliarden Franken beläuft.

Die Verluste verteilen sich wie folgt auf die vier Bankengruppen: Grossbanken rund 30 Milliarden Franken oder 71,3 Prozent aller Verluste, Kantonalbanken 10,5 Milliarden oder etwa 25 Prozent der Verluste, Regionalbanken 1,3 Milliarden oder 3,2 Prozent der Verluste, und Raiffeisenkassen 254 Millionen Franken oder 0,6 Prozent der Verluste.

Diese Zahlen sind von der EBK an der Pressekonferenz veröffentlicht worden. Von 1997 bis 2000 hat die EBK zu diesem Thema keine neuen Erhebungen durchgeführt. Es gibt jedoch einige Informationen, die aus den jährlichen Publikationen der Nationalbank stammen. Aus ihnen geht z. B. hervor, dass die Gesamtheit aller einheimischen Kredite Ende letzten Jahres 670 Milliarden Franken betrug. Um die Entwicklung der Verluste in den Jahren 1997 bis 2000 zu belegen, verweisen wir auf die Zahlen in der Rubrik "Wertberichtigungen, Rückstellungen und Verluste" der Nationalbankstatistik. Dort kann man nachlesen, dass der Jahresbetrag 1996 von etwa 10 Milliarden Franken auf 11,4 Milliarden im Jahre 1997 geklettert ist. Er sank dann aber 1998 wieder auf 8,3 Milliarden, 1999 auf 5,9 und 2000 auf 4,6 Milliarden Franken. Das weist natürlich darauf hin, dass die Konjunktur begonnen hat, das Ganze etwas zu mildern.

Ich muss allerdings hervorheben, dass in diesen Zahlen die Bildung eventueller stiller Reserven enthalten ist; aber sie widerspiegeln doch im Wesentlichen den wirtschaftlichen Aufschwung der letzten Jahre.

Zur letzten Frage: Die Verluste können leider nicht nach Regionen aufgeschlüsselt werden.