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Cavalli Franco · Nationalrat · 2001-06-20

Cavalli Franco · Nationalrat · Tessin · Sozialdemokratische Fraktion · 2001-06-20

Wortprotokoll

Ich habe das Glück, auf die Mitarbeit von etwa zwanzig Assistenzärztinnen und -ärzten zählen zu können. Die heutige Situation ist ein Überbleibsel der vergangenen Zeiten, als man die Assistenzärzte so lange ausgebeutet und gepiesackt hat, bis sie geistig bereit waren, lebenslänglich ihre Frustrationen zu kompensieren, indem sie so viel wie möglich verdienen. Die hier vorgeschlagene Lösung würde in den Spitälern einen Strukturwandel und eine Modernisierungswelle auslösen, und gerade diejenigen, die immer für einen Strukturwandel sind, sollten ihr zustimmen.

Ich möchte noch die Frage, die Frau Egerszegi gestellt hat, beantworten. Warum kann ein Chefarzt während zwölf Stunden einen einigermassen klaren Kopf behalten und Verantwortung übernehmen und ein Assistenzarzt nicht? Frau Egerszegi, Sie sollten die Antwort kennen. Es ist ähnlich wie in den meisten unserer Familien. Der Mann kann mehr berufliche Verantwortung übernehmen, weil die Frau sich um das Kochen, um das Einkaufen, um die Kinder usw. kümmert. Nicht nur verdienen Chefärzte drei-, zehn-, ja bis fünfzehnmal mehr als die Assistenzärzte. Nicht nur sollten sie mehr Erfahrung haben, weil das wichtig ist. Vor allem kann ich als Chefarzt eine ganze Anzahl von Aufgaben auf x Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abwälzen, sodass ich meinen Kopf frei habe für die Verantwortung. Der Assistenzarzt dagegen muss alles selber tun.