Riklin Kathy · Nationalrat · 2001-06-20
Riklin Kathy · Nationalrat · Zürich · Christlichdemokratische Fraktion · 2001-06-20
Wortprotokoll
Dass mehr als zehntausend Informatikerinnen und Informatiker der verschiedensten Ausbildungsstufen fehlen, ist hier und in allen Gremien und Medien immer wieder festgestellt worden. Eine ganze Reihe von Vorstössen wurde eingereicht. Insbesondere die Kolleginnen und Kollegen Simoneschi, Strahm und Theiler, welche die drei grossen Bundesratsparteien vertreten, haben mit Parlamentarischen Initiativen ein nationales Informatik-Ausbildungsprogramm, eine Weiterbildungs- und Umschulungsinitiative verlangt.
Das Parlament und das Bundesamt für Bildung und Technologie haben rasch und effizient gehandelt. Die Subkommission hat mehr als ein Dutzend Vertreterinnen und Vertreter [PAGE 849] der verschiedensten Bereiche angehört. Sicher ist inzwischen in der regulären Ausbildung auf Fachhochschulebene und in der Lehre einiges passiert. Doch es herrscht immer noch ein grosser Mangel an Fachleuten, und zwar in allen Bereichen. Insbesondere sind die KMU davon betroffen, und es arbeiten vor allem viel zu wenig Frauen im ICT-Bereich. Ihr Anteil soll erhöht werden.
Es geht jetzt um 100 Millionen Franken für vier bis fünf Jahre. Eine gründliche Selektion der Personen und Kurse ist extrem wichtig und muss gewährleistet werden. Die Auswahl und Prüfung der Programme, die Steuerung und Bereitstellung der Fachleute, die Zertifizierung der Ausbildungslehrgänge sollen 20 Prozent des Kredites erhalten. 80 Millionen Franken sollen in Form von Bildungsgutscheinen an die entsprechenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Programme verteilt werden.
Wenn wir diese Ausgaben mit den Lothar-Beiträgen vergleichen, sind sie gering. Leisten wir uns auch etwas für die Bildung und Weiterbildung in diesem ICT-Anschubprogramm. So viel soll uns die Bildung wert sein. Die Schweiz droht technologisch zurückzufallen. Extremsituationen verlangen nach Sondermassnahmen. Rund 5000 Personen können und sollen von dieser Weiterbildungs- und Umschulungsoffensive profitieren.
19 Mitglieder der WBK haben diesem Vorstoss zugestimmt; nur 3 lehnen ihn ab.
Wir sind darüber enttäuscht, dass der Bundesrat nun plötzlich nicht mehr bereit ist, in dieses Programm zu investieren. Er hat anscheinend einen eigenartigen Deal mit dem Programm "Schulen ans Netz" gemacht. Aber auch dieses Geld ist hier noch nicht bewilligt. Oder hat er etwa zu stark auf den Schweizerischen Arbeitgeberverband und Economiesuisse gehört? Mit wenig überzeugenden Argumenten lehnen diese Wirtschaftsvertreter dieses gute Projekt ab. Dabei ist dieser Bundesbeschluss nur als Übergangslösung bis zur Inkraftsetzung des neuen Berufsbildungsgesetzes gedacht, welches ähnliche Weiterbildungsmöglichkeiten anbieten soll.
Unverständlich für mich ist auch der Schwenker der SVP-Fraktion, hat doch Theophil Pfister am 24. März 2000 in einer Interpellation energisch Massnahmen für die berufliche Weiterbildung und Umschulung von Informatikspezialisten verlangt.
Seien wir doch nicht so knauserig mit unserem wichtigsten Gut, dem Brain; stimmen Sie diesem ICT-Umschulungsgesetz zu.
Ich kann Ihnen mitteilen, dass die CVP-Fraktion dem Bundesgesetz über Sondermassnahmen für Umschulungen und Weiterbildung in den Berufen der Informations- und Kommunikationstechnologien zustimmt.