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Laubacher Otto · Nationalrat · 2001-06-20

Laubacher Otto · Nationalrat · Luzern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2001-06-20

Wortprotokoll

Seit bald dreissig Jahren bin ich als Unternehmer in der angewandten Elektronik und Informatik tätig; deshalb sind mir Personal- und Ausbildungsfragen nicht fremd. Aus- und Weiterbildung wie auch der Einsatz von rechnergesteuerten Systemen gehören in einer technischen Firma zum täglichen Brot. Das heisst aber auch, dass die Mitarbeiter im Umgang mit Computern Erfahrung haben. Heute werden auch immer mehr Lehrstellen im Bereich Informatik angeboten, die den Bedarf an Ausgebildeten zu decken vermögen.

Der uns hier präsentierte Gesetzentwurf verstösst gegen alle Regeln der Ordnungspolitik und ist auch systematisch falsch. Viele andere Gründe sprechen aber auch noch dagegen. Es gibt immer wieder in einzelnen Berufsgattungen Mangel an ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. [PAGE 848] Trotzdem ist es nicht Aufgabe des Staates, hier lenkend einzugreifen und in ein Projekt 100 Millionen Franken zu investieren. Mit diesem Projekt holt man den innovativen Firmen, die rechnergestützt produzieren, die gut ausgebildeten Arbeitskräfte aus den Produktionsstätten. Ich frage Sie: Wollen Sie dann ein Projekt starten, das den nun entstandenen Fachkräftemangel in den Produktionsstätten deckt? Die "NZZ" schreibt am 23. April 2001, europaweit fehlten der Wirtschaft zurzeit rund 70 000 Ingenieure. Hier könnte man auch ein Projekt starten. "Cash" schreibt, die Liste der Internetflops werde länger und länger. Nach Vontobel, Credit Suisse, Zurich Financial Services reihe sich jetzt auch die UBS in die unrühmliche Serie ein. Allein nur in den obgenannten Unternehmen beziffern sich die Fehlinvestitionen, diese Flops, gemäss "Cash" auf über 1000 Millionen Franken. Das sind umgerechnet etwa 10 000 Mann- oder Fraujahre.

Viele Informatiker, die freigesetzt worden sind, haben sicher eine neue Anstellung gefunden, aber die Nachfrage nach diesen Berufsleuten hat sich auch wesentlich entschärft. Die Informatiker gehören nicht mehr zu den meistgesuchten Leuten, die New Economy hat dieses Problem selbst gelöst. Aufgabe des Staates ist nicht die Ausbildung von Spezialisten, sondern Aufgabe des Staates ist es, für eine solide, gute Grundausbildung auf allen Stufen der Bevölkerung zu sorgen.

Ich bitte Sie, diese Vorlage abzulehnen, denn Sie lösen mit einer Zustimmung keine Probleme, sondern Sie schaffen ein unnötiges Präjudiz, das nichts anderes als Folgeforderungen auslösen wird. Auch der Schweizerische Gewerbeverband, die Economiesuisse und der Bundesrat empfehlen Ihnen, diese Vorlage abzulehnen.

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