AB 129871
Gutzwiller Felix · Ständerat · Zürich · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2011-06-15
Wortprotokoll
Ich habe eine Sorge und bin jetzt nicht ganz beruhigt worden. Es geht um den finanziellen Aspekt. Ich will die Debatte nicht verlängern, aber man muss realisieren, dass es in der heutigen Forschungsrealität der Normalfall ist, dass eingeschränkte Studien gemacht werden. Der Bundesrat sagte jetzt, eine Studie zu einem neuen Medikament oder zu einem neuen Verfahren für Herz-Kreislauf-Krankheiten müsse man bei Frauen und bei Männern machen, weil Herz-Kreislauf-Krankheiten bei beiden Gruppen wichtig seien; das Finanzielle sei also kein triftiger Grund. Da muss ich einfach sagen: Eingeschränkte Studien sind heute der Normalfall. Der Nationalfonds würde eine Verdoppelung - und das wäre eine Verdoppelung, weil nach heutigen Studiendesigns dann eben die Gruppen grösser sein müssten - nicht ohne Weiteres finanzieren. In der heutigen Forschungslandschaft ist es die Normalität, dass eingeschränkt geforscht wird, zumindest in einer ersten Runde. Diese Sorge hat man mir jetzt nicht ganz nehmen können. Ich glaube, wenn man dieses Prinzip umsetzt, dann sorgt man dafür, dass in verschiedensten Fragen sehr viel teurere Forschungen gemacht werden müssen. Das ist meine grosse Sorge.
Ich will hier keinen grösseren Showdown inszenieren und ziehe diesen Minderheitsantrag zurück, bitte aber wirklich darum, bei den triftigen Gründen diese Frage noch einmal zu überdenken. Ich glaube nicht, dass man die Forschungskosten für den Forschungsplatz Schweiz massiv erhöhen darf, indem eine Frage beispielsweise nicht nur an einem Geschlecht studiert werden kann, wenn sie für beide [PAGE 590] Geschlechter relevant ist. Damit erhöht man die Kosten enorm, ohne dass man einen entsprechenden Erkenntnisgewinn hat.