Graf Maya · Nationalrat · 2011-03-10
Graf Maya · Nationalrat · Basel-Landschaft · Grüne Fraktion · 2011-03-10
Wortprotokoll
Es geht hier um die Zusammensetzung der Ethikkommissionen. Die grüne Fraktion bittet Sie, der Mehrheit zu folgen.
Unsere WBK war sich einig, dass diese Fachgremien mit der nötigen Fachkompetenz und Erfahrung ausgestattet und aus Personen, die verschiedenen Bereichen wie Medizin, Ethik oder Recht angehören, zusammengesetzt werden sollten. Die Mehrheit beantragt Ihnen, im Gesetz festzulegen, dass der Einsitz von Patientenvertretungen nicht nur vorgesehen werden kann, sondern verpflichtend dazugehört. Unsere Fraktion befürwortet dies sehr. Die Anforderungen an die ethische Beurteilung von Forschungsvorhaben steigen, und die Zahl von interdisziplinären Projekten wird zunehmen, also müssen auch die Ethikkommissionen interdisziplinär und breit zusammengesetzt sein. Ein Vertreter oder eine Vertreterin der Patientenorganisationen bringt Fachwissen aus der Sicht der Betroffenen hinein. Eine solche Stimme ist wichtig, geht es doch immer auch um die Frage, wie das geplante Forschungsvorhaben auf die Versuchspersonen wirken könnte. Die Sichtweise der Betroffenen ist wichtig für die Beurteilung. Zudem steigt mit einer Patientenvertretung die Glaubwürdigkeit der Ethikkommissionen. Eine Patientenvertretung gibt der Forschung bei der Umsetzung ihrer Vorhaben zusätzliche Sicherheit.
Die grüne Fraktion bittet Sie deshalb, der Mehrheit zu folgen und für einmal nicht den Bundesrat zu unterstützen.