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Amherd Viola · Nationalrat · 2013-03-21

Amherd Viola · Nationalrat · Wallis · Fraktion CVP-EVP · 2013-03-21

Wortprotokoll

Das Wallis kann auch anders, auch wenn wir durch die Zweitwohnungs-Initiative und die Revision des Raumplanungsgesetzes in Bedrängnis geraten sind und auch wenn Sie von Trotzreaktionen gehört haben sollten, dass wir nicht unsere zweihundertjährige Zugehörigkeit zum Bundesstaat feiern wollten, dass wir aus dem Bund austreten wollten und Ähnliches. Wir stehen vielmehr zum Bund und laden ihn gerne ein, einmal eine Session in unserem Kanton abzuhalten. Tatsächlich ist dies ein probates Mittel, um die eidgenössische Solidarität und den Zusammenhalt zu pflegen. So war es 2006 in Flims, 2001 in Lugano und 1993 in Genf.

Eine Session der eidgenössischen Räte extra muros ist keine leichtzunehmende Angelegenheit. Sie verlangt umfangreiche Vorarbeiten und eine gezielte Planung. Ich weiss das, ich war in Flims dabei. Die Verwaltung hat hier Hervorragendes geleistet. Einige von Ihnen haben das auch schon in Lugano erlebt, und anderen von Ihnen mag Genf noch in Erinnerung sein. Eine Session der eidgenössischen Räte extra muros stellt auch hohe Anforderungen an die Logistik. Aber alle Regionen unseres Landes sind dank einer ausgezeichneten Verkehrsinfrastruktur gut zu erreichen. Eine Session der eidgenössischen Räte extra muros kostet etwas, auch das ist klar. Aber eine solche Session fördert die freundeidgenössischen Bande mindestens ebenso stark wie eine Olympiakandidatur, an die der Bund etliche Millionen Franken beizusteuern bereit war.

Schon bei den früheren Sessionen ausserhalb von Bern war die eidgenössische Solidarität ein Argument, auch wenn der konkrete Anlass jeweils Renovationen im Bundeshaus waren. Eine Verschiebung in einen anderen Landesteil fördert den nationalen Zusammenhalt, bringt Bundesbern der Bevölkerung näher, stellt eine Wertschätzung der Landesteile, Regionen und hier insbesondere der Bergregionen dar. Eine Session ausserhalb von Bern abzuhalten ist also keine Frage des Könnens, sondern eine Frage des Wollens; wir haben dies bereits dreimal bewiesen.

Wie gesagt, wir Walliserinnen und Walliser stehen zum Bund, wir laden das Parlament gerne ein. 2015 ist das Wallis 200 Jahre in der Eidgenossenschaft, nachdem es zuvor über 500 Jahre treuer Verbündeter der Eidgenossen war. Das wäre eine hervorragende Gelegenheit, oder meinen Sie nicht?

Aber auch wenn Sie noch Skepsis haben sollten, ausgerechnet zu den "Starrköpfen" am Rotten zu ziehen: Geben Sie der parlamentarischen Initiative meines jungen Kollegen Buttet Folge. Die Bergregionen, und damit meine ich alle, [PAGE 495] sind es wert, dass ihnen diese Aufmerksamkeit geschenkt wird - gerade jetzt!