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Stadler Hansruedi · Ständerat · 2001-06-06

Stadler Hansruedi · Ständerat · Uri · Christlichdemokratische Fraktion · 2001-06-06

Wortprotokoll

Ich unterstütze die Motion Plattner. Ich finde es auch richtig, wenn das Anliegen in Form einer Motion weitergeleitet wird. Ich kann somit Frau Kollegin Leumann beruhigen: Das Anliegen ist bereits im Kopf. Auf die Bedeutung von Bildung, Wissenschaft und Technologie für den Wohlstand jeder Gesellschaft wurde umfassend hingewiesen; dazu braucht es keine weiteren Ergänzungen. Bei der Forschung kann man aber, wenn man ein Ergebnis braucht, nicht wie bei einer Wasserleitung einfach den Hahn öffnen, und das Resultat liegt vor. Nein, wenn man bei der Forschung den Hahn öffnet, braucht es einige Zeit, bis verwertbare Ergebnisse vorliegen.

Bei den hochschulpolitischen Diskussionen darf es aber nicht nur um diesen finanziellen Aspekt gehen, der heute diskutiert wird; die Diskussion ist in ein weiteres Umfeld zu stellen. Folgende Punkte stelle ich nicht wertend in den Raum: Wie steht es mit der Struktur unseres Hochschulsystems? Die Fachhochschullandschaft bringt neue Aspekte in dieses System ein. Es geht auch um die Zusammenarbeit zwischen den Fachhochschulen und den Universitäten.

Im Weiteren ruft Exzellenz in der Forschung nach Schwerpunktbildung. Damit kann verbunden sein - muss nicht, aber kann -, dass vielleicht auch die kantonale Autonomie einmal ein wenig geritzt wird. Damit spreche ich nicht einer Zentralisierung das Wort; wir brauchen aber eine etwas einheitlichere, dynamischere, flexiblere Struktur unseres Hochschulsystems. Im Weiteren gibt es den heissen Punkt der Struktur auf Bundesebene, was heisst: der heutigen Kompetenzverteilung auf zwei Departemente.

Notwendig ist schlussendlich auch eine innere Erneuerung der Hochschulen. Ein unverdächtiger Zeuge ist Nobelpreisträger Ernst. Er schrieb vor kurzem: "Dass eine innere Erneuerung der Hochschulen ebenso von Nöten ist, muss wohl kaum betont werden .... In vielen Fachgebieten dominiert noch immer die disziplinäre Fragmentierung des 19. Jahrhunderts. So ist beispielsweise die Zerstückelung meines Fachbereiches in anorganische, organische, physikalische Chemie und Biochemie längst nicht mehr zu verantworten."

Was schlussendlich die Gestaltung der Studien anbelangt, dürfte ein modulares System eher dem heutigen Berufsbild entsprechen. Heute steht die finanzielle Unterstützung der kantonalen Universitäten zur Diskussion - irgendeinmal müssen wir auch die anderen offenen Punkte diskutieren.

Ich ersuche Sie, dieses Anliegen in der Form der Motion zu unterstützen.