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Beerli Christine · Ständerat · 2001-06-06

Beerli Christine · Ständerat · Bern · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2001-06-06

Wortprotokoll

Erlauben Sie mir ganz kurz zu zwei Punkten Stellung zu beziehen. An den Anfang möchte ich einen etwas plakativen Vergleich stellen. Ein Kilometer der Autobahn zwischen Bern und Yverdon kostet 60 Millionen Franken. Herr Plattner spricht in etwa von 60 Millionen Franken zur Finanzierung der kantonalen Universitäten, und ich glaube, dass uns die kantonalen Universitäten schon einen Kilometer Autobahn wert sein dürften, wenn wir das Ziel haben, sie nicht in die zweite Liga absteigen zu lassen.

Ich glaube, hier ist die Sache in der Tat in wachsendem Schaden, weil wir daran sind, die kantonalen Universitäten zu verlieren, sie in die zweite Liga zu verlieren und ein Zweiklassensystem an Hochschulen, an universitären Hochschulen in der Schweiz, zu installieren. Das wäre sehr schlecht. Wir dürfen mit den eidgenössischen Hochschulen qualitativ nicht nach unten fahren. Ich bin sehr froh, ich schätze es sehr und glaube, wir müssen Sorge dazu tragen, dass sie Hochschulen von Weltruf bleiben. Wir müssen andererseits darauf Acht geben, dass auch unsere kantonalen Hochschulen an der Spitze bleiben.

Die zweite Bemerkung, die ich anbringen möchte, ist etwas ein "bémol" zu dem, was Frau Leumann gesagt hat. Die Voraussetzung, unter der ich hier zu dieser Motion Ja sagen kann, liegt in den zwei Punkten, die Herr Plattner ganz unten in seiner Begründung angeführt hat. Wir müssen einerseits Sorge dazu tragen und die Kantone dazu verpflichten, dass sie in ihren Leistungen nicht zurückgehen. Das Bundesgeld darf nicht kantonales Geld ersetzen. Wir müssen zweitens dafür schauen, dass wir dazu kommen, eine [PAGE 213] Hochschullandschaft zu haben, in der sich autonome Hochschulen im Wettbewerb messen, intern messen, aber auch und vor allem extern messen, mit dem Ausland messen. Ich bin der Überzeugung, dass wir uns in unserem kleinen Land nicht mehr zehn Universitäten - also vollkommene Hochschulen - leisten können. Ich bin der Ansicht: Wenn wir einen neuen Hochschulplatz Schweiz gestalten wollen, der mit dem Ausland in Konkurrenz steht, dann müssen wir auch Zusammenschlüsse sehen. Ich bin der Ansicht, dass die Kantone von ihrer ganz einzigartigen Autonomie auch etwas an autonome Hochschulen abgeben müssen, die dann allenfalls in regionalen Verbünden miteinander arbeiten, dass die Spezialitäten hier zugeordnet werden müssen und nicht mehr jede Universität für sich beanspruchen kann, das ganze Gebiet abzudecken, sondern dass eine Arbeitsteilung und ein effizienter Einsatz sowohl der Bundesmittel als auch der kantonalen Mittel erfolgen müssen.

Ich bin einzig unter diesen Voraussetzungen bereit, der Überweisung der Motion zuzustimmen.