Diener Lenz Verena · Ständerat · 2012-03-14
Diener Lenz Verena · Ständerat · Zürich · Grünliberale Fraktion · 2012-03-14
Wortprotokoll
Ich bin jetzt doch ein bisschen erstaunt, dass man von der Minderheit her diese Diskussion praktisch ins Uferlose ziehen will. Wenn es darum geht, über sämtliche Tierarten zu diskutieren und die Zoos infrage zu stellen usw., dann, glaube ich, zielen wir wirklich über die Problematik hinaus, die heute zur Diskussion steht. Mich beschleicht das ungute Gefühl, dass es auch ein bisschen Taktik ist, diese Diskussion so uferlos zu gestalten, damit man am Schluss sagen kann, man könne das gar nicht reglementieren, man könne doch der Bevölkerung die Zoos nicht wegnehmen usw.
Worum geht es hier? Es geht um Delfine und um Wale. Das sind Tiere, die wirklich andere Rahmenbedingungen brauchen als die übrigen Zootiere. Man hat in all diesen Diskussionen um die Gefangenschaft der Tiere auch in unserem Land grosse Fortschritte gemacht. Ich glaube, die Haltung wird Schritt für Schritt tiergerechter, auch bei den Tiergehegen. Klar ist, dass die Freiheit für jedes Tier wahrscheinlich das Schönste ist. Das ist ja auch für uns im Grunde genommen das Schönste, aber auch wir müssen lernen, mit gewissen Einschränkungen zu leben. Wenn die Kommission wirklich eine so fundamentale Diskussion führen wollte, dann hätte sie das eigentlich früher machen müssen und nicht jetzt, als Reaktion auf diesen Antrag.
Ich will auch noch auf einen anderen Punkt hinweisen. Vor mir liegt ein E-Mail von einem Mann, der von dieser Materie viel versteht. Ich erlaube mir, eine kurze Passage vorzulesen. Er schreibt nämlich: "Es kann nicht nur darum gehen, dass die Haltung von Delfinen in Gefangenschaft niemals tiergerecht sein kann. Das Problem fängt viel früher an. Auf den Salomonen habe ich den Fang, den brutalen Handel sowie die Geschäfte damit hautnah miterlebt; lukrative Geschäfte, kombiniert mit Tierquälerei. Das sollte weltweit verboten werden. Sogar auf den Salomonen wurde deswegen ein Ausfuhrverbot für Delfine diskutiert. Leider ist es wegen Korruption nicht zustande gekommen."
Das ist eigentlich die Vorgeschichte des Ganzen. Darum bin ich der Meinung, wir sollten dem Nationalrat das richtige Signal geben, und das richtige Signal ist für mich die Version der Mehrheit. Die Minderheit geht eigentlich auf den Bundesratsentwurf zurück, dort finden wir nämlich gar nichts von diesen Delfinen. Wenn wir eine Differenz schaffen wollen, um der nationalrätlichen Kommission die Gelegenheit zu geben, die Details nochmals gründlich anzuschauen, sollten wir mindestens die Himmelsrichtung richtig anzeigen. Das tun wir mit der Mehrheit.