Noser Ruedi · Nationalrat · 2013-11-27
Noser Ruedi · Nationalrat · Zürich · FDP-Liberale Fraktion · 2013-11-27
Wortprotokoll
Sie haben Recht, und Sie haben nicht Recht. Sie haben Recht in dem Punkt: Wenn die Löhne staatlich vorgeschrieben werden, gibt es theoretisch gesehen im normalen Bereich der Wirtschaft sicher keine tieferen Löhne mehr. Aber damit haben Sie nicht die Garantie, dass z. B. eine Person am Abend nicht trotzdem noch als Coiffeuse arbeitet. Sie haben nicht Recht, was den Graubereich betrifft. Nehmen Sie das Beispiel eines Floristen. Wenn ein Florist tiefere Löhne zahlt, z. B. 3500 Franken, dann kann er selbstverständlich die Löhne auf 4000 Franken erhöhen. Es ist logisch: Die Blumensträusse werden teurer. Und Sie wissen, dass Sie heute quasi an jedem Strassenrand Blumensträusse von Bauern kaufen können. Sie können diese binden lassen, die Bauern können das schwarz machen. Es gibt ganz viele Ausweichmöglichkeiten. Man muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass der Franken für Blumen nur einmal ausgegeben wird und dass es im Endeffekt weniger Floristenstellen geben wird. Dann stellt sich die Frage, was diese Floristen machen - sie werden höchstwahrscheinlich in die Schwarzarbeit abdriften.