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Amherd Viola · Nationalrat · 2012-05-31

Amherd Viola · Nationalrat · Wallis · Fraktion CVP-EVP · 2012-05-31

Wortprotokoll

Kluge Köpfe schützen sich! Dieser bekannte Slogan kann in Zusammenhang mit Artikel 46 Absatz 3, der sich mit dem Helmobligatorium für Radfahrer bis zum vollendeten 14. Altersjahr befasst, wie folgt angepasst werden: Kluge Eltern schützen die Köpfe ihrer Kinder. Das ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, die laut Meinung der Kommissionsmehrheit der Eigenverantwortung der Eltern überlassen werden kann. Auch für die CVP/EVP-Fraktion ist die Eigenverantwortung mündiger Bürgerinnen und Bürger wichtig. Wo aber mit kleinem, absolut vertretbarem Aufwand eine grosse Wirkung erzielt werden kann, darf etwas nachgeholfen werden. Das Helmobligatorium für Kinder bis 14 Jahre ist so ein Fall. Schon deshalb unterstützt unsere Fraktion den Antrag der Minderheit Candinas. Die folgenden weiteren Gründe sprechen ebenfalls für diesen Antrag:

1. Ein Helm reduziert das Risiko eines Schädel-Hirn-Traumas bei velofahrenden Kindern um fast 90 Prozent. Das Tragen eines Helms ist somit eine äusserst wirksame Massnahme, um die Zahl der Schädel-Hirn-Traumata und der sich daraus ergebenden Todesfälle sowie lebenslänglichen Beeinträchtigungen zu senken. Bei Kindern ist das Risiko einer Kopfverletzung überdurchschnittlich hoch, weil ihre körperliche Konstitution logischerweise viel schwächer als bei einem Erwachsenen ist.

2. Ein Schutzhelmobligatorium unterstützt verantwortungsbewusste Eltern. Bis zum vollendeten 14. Altersjahr ist das Tragen des Helms obligatorisch, Diskussionen erübrigen sich. Alle Kinder tragen beim Radfahren einen Helm. Wie meine Vorrednerin und andere bereits gesagt haben, tragen heute schon 70 Prozent der Kinder und Jugendlichen einen Velohelm. Die restlichen 30 Prozent, denen der gleiche Schutz zustehen soll, werden wohl auch mit Sensibilisierungs- und Informationskampagnen nicht erreicht werden. In diesem Fall muss eben nachgeholfen werden.

3. Kinder können den Verkehr oft nicht in seiner ganzen Komplexität erfassen und einschätzen. So ist die Wahrscheinlichkeit einer schweren Verletzung bei einem Unfall grösser. Eine Kopfverletzung bei Kindern, das wissen wir alle, kann Beeinträchtigungen nach sich ziehen, die das Kind ein Leben lang nicht mehr loswird.

4. Kindervelohelme tragen schliesslich auch zu einer Verbesserung für Autofahrer bei. Die Folgen einer Kollision mit einem Kind, das einen Velohelm trägt, sind häufig weniger gravierend; dies ist sicher auch im Interesse der Autofahrer.

Aus diesen Gründen bitte ich Sie namens der CVP/EVP-Fraktion, den Minderheitsantrag Candinas, der dem Entwurf des Bundesrates und dem Beschluss des Ständerates entspricht, zu unterstützen. Sämtliche Fachorganisationen, die sich mit Unfallverhütung oder mit Folgen von Unfällen befassen, unterstützen diese Meinung ebenfalls.