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Wiederkehr Roland · Nationalrat · 2001-09-18

Wiederkehr Roland · Nationalrat · Zürich · Evangelische und Unabhängige Fraktion · 2001-09-18

Wortprotokoll

Der amerikanische Präsident Kennedy hat einmal gesagt: "Ich bin ein Berliner." Bundeskanzler Schröder hat letzte Woche gesagt: "Wir sind alle Amerikaner." Beides ist mir zu wenig. Ich bin ein Weltbürger, auch und gerade, weil ich in der privilegierten Schweiz geboren wurde. Ich will die Welt nicht nur durch die Brille eines Schweizers - was immer das ist, ein Schweizer - sehen, sondern auch durch die Brille von Unterprivilegierten, z. B. eines Pakistani, ja eines Afghanen. Denn ihre Probleme werden zusehends und immer mehr zu unseren eigenen Problemen. Wer möchte das bestreiten? Dann will ich Teil des Dialogs sein, um diese Probleme zu lösen. Dieser Dialog findet nicht in der Schweiz statt. Er findet dort statt, wo er stattfinden sollte: in der Uno. Wenn wir das Gefühl haben, die USA nähmen nun alles in ihre eigenen Hände, dann müssen wir darauf drängen und alles Interesse daran haben, dass der Dialog nicht nur in den USA, sondern auch in der Uno stattfindet. Und wenn wir der Meinung sind, die Uno sei noch verbesserungsfähig: Wir können die Uno nicht verändern, indem wir als "Schweizerzeit"-Geistsurfer um sie herum surfen, von aussen reklamieren. Wir können dies nur tun, indem wir selber bei der Uno dabei sind. Eine Institution lässt sich nur aus dem Innern verändern und nicht von aussen, nicht einmal mit Terror.

Unsere Fraktion steht zu 80 Prozent hinter der Initiative und hinter dem Bundesrat. Ich hoffe, dass das Resultat in diesem Hause auch in etwa 80 Prozent sein wird.