Mörgeli Christoph · Nationalrat · 2001-09-18
Mörgeli Christoph · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2001-09-18
Wortprotokoll
Ich arbeite tatsächlich in einem Museum. Das finde ich aber nicht etwas Ehrenrühriges, im Gegenteil. Wenn Sie sich auch etwas mehr mit der Geschichte befassen würden, hätten Sie möglicherweise einen klaren Blick für das, was vergangen ist. Das schärft auch unseren Blick für die Gegenwart und für die Zukunft. Ich rate Ihnen auch, sich in die Geschichte der schweizerischen Neutralität zu vertiefen, denn eines ist sicher: Die Neutralität hat uns in den letzten 200 Jahren vor dem Hineingezerrtwerden in Kriege und Konflikte bewahrt.
Das ist ein historisches Erfolgsmodell, und es war immer wieder ein angefochtenes Erfolgsmodell. Gerade in Zeiten, in denen es einigermassen gut ging, kam es zu Übermut - und die Regierenden haben die Fesseln der Neutralität immer sehr schlecht ertragen.
Es ist tatsächlich so, Herr Bundesrat Deiss: Sie gewinnen natürlich an Rechten, und Sie gewinnen bei einem Uno-Beitritt an Macht. Wahrscheinlich können auch wir Parlamentarier etwas im New Yorker Glaspalast mittun, aber die Bürgerinnen und Bürger verlieren gleichzeitig Rechte, denn Aussenpolitik im Sinne der multinationalen Organisationen ist niemals Sache der Bürgerinnen und Bürger, sondern immer diejenige von vollamtlichen Funktionären, Politikern und Diplomaten. Die Bürger können immer weniger mitbestimmen, müssen aber immer mehr bezahlen.