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Bischofberger Ivo · Ständerat · 2013-09-24

Bischofberger Ivo · Ständerat · Appenzell I.-Rh. · Fraktion CVP-EVP · 2013-09-24

Wortprotokoll

Ich möchte - mit Blick auf meinen Vorredner, Kollegen Zanetti - von der Romantik wieder in die Realität zurückkommen. Wenn am kommenden Samstag in meinem Wohnort, in Oberegg, die alljährliche Viehschau stattfindet, werden sich sowohl die überaus vielen Besucherinnen und Besucher von nah und fern, vor allem aber auch die bei uns noch zahlreichen traditionsbewussten Bauernfamilien, daran erfreuen. Allerdings ist dieser Anlass für die Landwirte - entgegen einigen Äusserungen von Kollege Zanetti - keineswegs mit Folklore gleichzusetzen. Dies entspricht auch der Überzeugung, dass es nicht die Absicht sein kann, folkloristische Events mit Geld aus dem Agrarkredit zu bezahlen, im Gegenteil.

Die Viehschau ist weit mehr als ein Zurschaustellen des Viehs. Der Viehschautag ist gelebter Ausdruck der gegenseitigen Wertschätzung von Konsumenten und Bauernfamilien. Für unsere Landwirte hat die Viehschau - und das vorab mit Blick auf die Viehzucht - eine wichtige Bedeutung, denn sie bietet die Gelegenheit für den äusserst wichtigen Leistungsvergleich. So war denn auch im Rahmen der Revision der seit dem 1. Januar 2013 geltenden Tierzuchtverordnung das von Kollege Roberto Zanetti in seiner Motion gestellte Begehren bereits bekannt und entsprechend diskutiert worden. Der Bundesrat respektive das hierfür zuständige Bundesamt für Landwirtschaft hat die diesbezüglichen Anliegen für die Fortführung und die entsprechende finanzielle Unterstützung der Viehschauen leider nicht aufgenommen und lediglich eine Übergangsfrist bis Ende 2014 gewährt.

Mit der Unterstützung der vorliegenden Motion besteht nun die Gelegenheit, nochmals auf diesen Beschluss zurückzukommen. Das Weiterbestehen der Bestandesschauen sollte gerade mit Blick auf die neue Agrarpolitik nicht ohne Not gefährdet werden. Denn die traditionelle Exterieurbeurteilung hat wesentlich zum heutigen, sicher qualitativ äusserst soliden Stand der Tierzucht und vor allem auch zum indiskutabel positiven Zuchtfortschritt beigetragen. Die Viehschauen bieten den Züchtern eben gerade die gewünschte Gelegenheit, den Vergleich mit anderen Betrieben und deren Tieren anzustellen.

Der Bundesrat anerkennt, wie er in seiner Stellungnahme ausführt, den Wert der traditionellen Viehschauen ausdrücklich; er sieht aktuell aber "keine Möglichkeit, eine Grundlage zu deren finanzieller Unterstützung zu schaffen". Ich bitte Sie, aufgrund meiner Überlegungen die vorliegende Motion anzunehmen und so dem Bundesrat die nötige Zeit zu geben, eine solche Möglichkeit zu finden.