Eder Joachim · Ständerat · 2013-09-25
Eder Joachim · Ständerat · Zug · FDP-Liberale Fraktion · 2013-09-25
Wortprotokoll
Ich danke dem Bundesrat und der in der Sache zuständigen Vorsteherin des UVEK für die Beantwortung unserer Fragen. Die ganze Thematik beschäftigte bekanntlich die Bevölkerung und die Parlamente in den drei Kantonen Schwyz, Zug und Zürich.
Totalsperrungen von Strecken über längere Zeit sind, da dürften wir uns einig sein, per se nicht wünschbar. Sie unterbrechen wichtige Fern- und Regionalverkehrslinien, machen längere Umwegfahrten nötig und mindern so grundsätzlich die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs.
Auch die vorliegende Totalsperrung der Zulaufstrecke zum Gotthard-Basistunnel zwischen Zug und Arth-Goldau am Tage der Eröffnung dieses epochalen Bahninfrastrukturbauwerks ist und bleibt ein Wermutstropfen. Entsprechend müssen triftige Gründe vorliegen, damit eine solche Sperrung in Kauf genommen werden kann. Bundesrat und SBB betonen, dass solche Gründe vorliegen.
Unsere Verkehrsministerin weiss, dass auch der Regierungsrat des Kantons Zug und insbesondere der Zuger [PAGE 900] Kantonsrat kritische Fragen zu dieser Totalsperrung gestellt haben. Eine klare Mehrheit des Zuger Parlamentes nimmt diese Sperrung nun aber in Kauf, weil das Gesamtprojekt der Sanierung der Strecke Zug-Arth-Goldau mit gleichzeitigem Bau einer Doppelspur-Insel in Walchwil stimmig ist und für den Fern- und Regionalverkehr gute und stabile Infrastrukturverhältnisse schafft. Entsprechend hat der Zuger Kantonsrat am 4. Juli 2013 mit grossem Mehr die Aufnahme der Doppelspur-Insel in Walchwil im Zuger Richtplan beschlossen und damit seinerseits grünes Licht für die weiteren Arbeiten an diesem Projekt gegeben.
Positiv ist an der ganzen Sache zumindest, dass die vertieften Untersuchungen im Rahmen des Vorprojektes, sicher aber auch der spürbare Druck in den genannten Kantonen, speziell im Kanton Zug, letztlich nun zu einer Reduktion der Dauer der Sperrung um ein halbes Jahr und zu einer wesentlichen Kostenreduktion geführt haben.
Gerne benütze ich die Gelegenheit, noch auf folgenden Punkt aufmerksam zu machen: Die zur Diskussion stehende Strecke ist ja die zentrale Neat-Zulaufstrecke für den Personenverkehr. In diesem Zusammenhang muss wieder einmal daran erinnert werden, dass diese Neat-Zulaufstrecken noch Mängel haben. So ist die schweizweit am drittstärksten ausgelastete Personenverkehrsstrecke, Zürich-Zug, auf dem Abschnitt Thalwil-Zug nach wie vor einspurig, notabene mit hundertjährigen Tunnels. Nachdem zwischen Zürich und Thalwil der Zimmerberg-Basistunnel I erfolgreich in Betrieb ist, harrt der Ausbau am Zimmerberg auf eine durchgehende Doppelspur zwischen Thalwil und Baar immer noch der Weiterprojektierung. Immerhin sind mit der Fabi-Vorlage unter anderem auch Mittel zur weiteren Planung dieses Ausbaus vorgesehen. Auch deshalb ist es meines Erachtens wichtig, dass wir im Hinblick auf die Volksabstimmung für diese Fabi-Vorlage einstehen. Dann kann der dringend nötige Ausbau auf zwei Spuren der Strecke Thalwil-Zug sicher in einem zweiten Ausbauschritt im Rahmen von Fabi realisiert werden.