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Fetz Anita · Ständerat · 2014-03-05

Fetz Anita · Ständerat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion · 2014-03-05

Wortprotokoll

In diesem Artikel wird gesagt, "Bund und Kantone sind bestrebt, mit der von ihnen geregelten oder unterstützten Weiterbildung insbesondere" Folgendes zu unterstützen, und dann folgt die Aufzählung. Ich möchte, dass auch der Wiedereinstieg von Personen ins Berufsleben unterstützt wird, und zwar aus einem relativ einfachen Grund: Wir haben auf der einen Seite einen Fachkräftemangel, auf der anderen Seite haben wir Zehntausende von gutqualifizierten Frauen, die nach der Kinderphase wieder einsteigen möchten.

In der Kommission wurde gesagt, dazu gebe es ja die Förderartikel im Arbeitslosenversicherungsgesetz oder im Berufsbildungsgesetz. Jetzt muss ich aber sagen, dass diese Frauen eben nicht arbeitslos sind. Die können sich nicht bei der Arbeitslosenversicherung melden. Wenn man mehrere Jahre Kinder betreut hat, dann kann man nicht zur Arbeitslosenversicherung gehen und sagen: "Und übrigens - ab [PAGE 61] sofort bin ich arbeitslos und kann von den entsprechenden Massnahmen profitieren!" Das ist eben das Problem. Beim Berufsbildungsgesetz ist es so, dass es zwar einzelne Branchen gibt, die das machen, aber es ist nicht flächendeckend. Ein ganz grosser Teil fehlt. Das betrifft nämlich die hochqualifizierten Frauen mit Universitätsausbildungen, die nach ein paar Jahren immer noch hochqualifiziert sind, aber nicht mehr à jour. Dort bräuchte es relativ einfache "tracks", auf denen sie sich wieder in die Berufswelt integrieren könnten.

Ich meine, wir können das nicht einfach dem Zufall überlassen, ob die einzelnen Weiterbildungsträger solche Angebote freiwillig machen. Vielmehr haben die Kantone ja in vielen Bereichen auch ein Stück weit Einfluss auf Weiterbildungsinstitutionen und können sie auch darauf hinweisen, dass es dafür einen grossen Bedarf gibt. Deshalb ist es wichtig, dass in diesem Weiterbildungsgesetz genau das, nämlich der Wiedereinstieg von Personen ins Berufsleben, Eingang findet. Ich habe übrigens extra "Personen" geschrieben, weil es unterdessen auch schon die ersten Männer gibt, die sich ein paar Jahre um die Kinder kümmern und nachher das genau gleiche Problem haben, nämlich dass ihre qualifizierte Ausbildung nach ein paar Jahren einfach nicht mehr arbeitsmarktkonform ist. Man kann diese Konformität aber mit relativ wenig Aufwand gezielt wiederherstellen. Solche Angebote sollen Bund und Kantone in jenen Weiterbildungen, die von ihnen geregelt werden, auch unterstützen. Das ist mein Anliegen.