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Zanetti Roberto · Ständerat · 2011-09-19

Zanetti Roberto · Ständerat · Solothurn · Sozialdemokratische Fraktion · 2011-09-19

Wortprotokoll

Wenn ich das Problem der Milchproduktion in der Schweiz flapsig zusammenfassen müsste, würde ich sagen: Eine Kuh macht Muh, zu viele Kühe machen Mühe.

Seit ich hier von Problemen der Milchproduktion höre, ist immer von Übermengen und von Marktabräumungen die Rede, und gerade das will die Motion Büttiker mit sanften Mitteln in eine andere Richtung lenken. Wie sieht es zurzeit auf unserem Milchmarkt aus? Wir fördern über Zucht und über entsprechende Zuchtvorgaben Hochleistungsmilchkühe, die auch noch eine möglichst hohe Milchfettleistung erbringen, und dieses Milchfett wird dann im Jahr darauf mit komplizierten Übungen abgebaut oder beseitigt. Wir importieren Futtermittel vom anderen Ende der Welt, um dann hier zu viel Milch zu produzieren, die im Übrigen den Qualitätsstandards, die wir ja selber setzen, nicht mehr entspricht und deren Überproduktion dann für teures Geld beseitigt werden muss. Hier macht der Motionär eigentlich das Normalste der Welt: Er will, dass man die Milchproduktion mit der Futtermittelbasis der Kühe zusammenbringt, er will die natürliche Korrelation wieder aufleben lassen. Ich glaube, kein vernünftiger Mensch kann dagegen sein.

Ich habe festgestellt, dass selbst die Interessenvertreter der Futtermittelbranche - und ich sage bewusst nicht "Mafia", weil der Sprecher so nett über die Motion gesprochen hat - da mitspielen. Ich habe zudem noch keinen Antrag auf Ablehnung gehört. Deshalb bitte ich Sie im Interesse einer qualitativ hochstehenden Schweizer Milch und zur Sicherung eines nicht überbordenden Milchmarktes, diese Motion anzunehmen und damit die Weichen zu stellen, damit eine ökonomisch und ökologisch vernünftige Milchwirtschaft betrieben werden kann - was ja der Bundesrat erfreulicherweise ohnehin schon zu tun beabsichtigt.