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Jans Beat · Nationalrat · 2012-09-19

Jans Beat · Nationalrat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion · 2012-09-19

Wortprotokoll

Warum braucht es diese Reform? Und warum braucht es sie jetzt?

1. Diese Reform braucht es, weil das heutige System Überproduktion generiert, Herr Aebi. Wir haben eine historische Milchschwemme in der Schweiz. Die zu vielen Kühe werden mit Soja gefüttert, die in der Dritten Welt produziert wird, und die Branchenverbände müssen die überschüssige Milch in [PAGE 1501] Milchpulver verwandeln, das sie dann wieder zurück in die Dritte Welt schicken. Das alles unter dem Deckmantel von "Ernährungssouveränität", den wir jetzt noch hinzufügen sollen! Der Markt ist vom Ausland abgeschottet, Herr Aebi. Hier geht es um den inländischen Markt, und den müssen wir endlich in Ordnung bringen. Die überschüssige Milch ist eine Katastrophe für die Bauern, sie bringt die Milchpreise zum Einbrechen. Damit müssen wir endlich aufräumen. Deshalb braucht es diese Reform.

2. Das heutige System schafft es tatsächlich, dass ein Bauer im Tal 50 Prozent mehr Direktzahlungen bezieht als ein Bauer im Berggebiet. Das können Sie unter keinem Titel rechtfertigen. Das ist ungerecht und macht keinen Sinn, weil so nämlich - das ist wiederum ein Fehler, und deshalb braucht es die Reform - die Produktion in den Bergen laufend zurückgeht und unsere Alpen verwalden. Das Problem müssen wir lösen. Dort geht Produktion verloren, Herr Aebi.

3. Wir haben trotz der guten Leistungen der Landwirtschaft einen immer noch anhaltenden Rückgang der Biodiversität in der Schweiz; unsere traditionellen Landschaften, für die wir unser Land lieben und für die auch die Ausländer unser Land lieben, werden weiter degradiert.

Herr Aebi, wie viele Gründe brauchen Sie noch, um das System zu reformieren?