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preparatory:AB 146612

Maurer Ueli · Bundesrat · Zürich · 2012-12-06

Wortprotokoll

Ich werde bei meinem Höhenflug zurückhaltend sein, damit ich mich nicht im Kronleuchter des Saales verfange. (Heiterkeit)

Zur Frage von Herrn Eder zum Leistungssport: Es ist tatsächlich so, dass der Bund mit dem neuen Sportförderungsgesetz jetzt eine Aufgabe hat; es ist keine Kann-Formulierung mehr, entsprechend hat sich der Bund um den Leistungssport zu kümmern. Der Bundesrat hat uns in der Botschaft zu Olympia denn auch den Auftrag erteilt, bis Mitte des nächsten Jahres ein Spitzensportkonzept zu erarbeiten. Wir sind an der Arbeit, wir möchten dem nicht gross vorgreifen, aber ich kann Ihnen in etwa aufzeigen, welchen Weg wir beschreiten möchten.

Die Idee, den Spitzensport und den Leistungssport zu fördern und ein Leistungssportzentrum weiter auszubauen, wurde - der Interpellant hat es gesagt - durch Swiss Olympic lanciert. Allerdings muss man feststellen: Mehr als eine Idee ist dort noch nicht vorhanden. Ich meine, dass diese Idee jetzt vertieft werden muss. Wir arbeiten an einer Ist-Analyse: Wo sind wir zurzeit im Bereich Spitzen- und Leistungssport tätig? Welche Ziele sollen erreicht werden? Das ist der nächste Punkt, an dem wir arbeiten. Dann ist festzuhalten, wer zuständig ist. Es geht nicht darum, eine Kehrtwende zu vollziehen, sodass für den Leistungssport plötzlich nur noch der Bund zuständig wäre. Ganz im Gegenteil, es soll weiterhin ein duales Konzept mit privaten Organisationen und dem Bund bestehen, mit einer Unterstützung durch Sponsoren. Dann geht es darum, Massnahmen zu erarbeiten, mit denen ein solches Leistungssportkonzept umgesetzt werden soll. Dabei ist die ganze internationale Entwicklung im Auge zu behalten, auch die Möglichkeit einer internationalen Zusammenarbeit und eines internationalen Austausches. Ich denke an die Trainerausbildung, an die Sportwissenschaft. Das sind Dinge, die wir jetzt abklären und dann vorlegen werden - Mitte des Jahres zuerst einmal dem Bundesrat in einem Leistungssportkonzept.

Wir sehen zurzeit, kurz skizziert, in etwa folgende Massnahmen, die daraus resultieren sollen: Einerseits denken wir daran, spitzensportspezifische Anlagen in Tenero und Magglingen weiter zu verbessern; z. B. braucht es Verbesserungen für das Schwimmen im Winter. Wir sehen hier mittel- bis längerfristig Investitionen von über 100 Millionen Franken in solche Spitzensportanlagen in Magglingen und Tenero. Das muss aber noch abgesprochen werden, es muss auf eine Zeitachse gebracht werden, und es muss mit den Verbänden im Einklang stehen.

Was im Leistungs- und Spitzensport immer wichtiger wird, ist sodann die sportwissenschaftliche Dienstleistung, die Untersuchung, die Betreuung von Verbänden und von Athleten. Hier könnte unseres Erachtens im Laufe der nächsten Jahre ein Betrag von etwa 5 Millionen Franken pro Jahr nötig sein, um in der Sportwissenschaft besser arbeiten und um sie besser unterstützen zu können - auch im Bereich der internationalen Zusammenarbeit. Magglingen gehört eigentlich schon heute zu den Spitzendestinationen in Europa; da können wir sogar noch eine Verbesserung erreichen.

Dann wird auch die Nachwuchsförderung ein Bereich dieses Spitzen- und Leistungssportkonzeptes sein. Wir gehen davon aus, dass wir im Bereich "Jugend und Sport" - sozusagen beim Übergang vom Spiel zum Sport - der Nachwuchsförderung etwas mehr Gewicht beimessen. Im Rahmen eines solchen Konzeptes wäre zusätzlich ein Betrag von etwa 10 Millionen Franken im Jahr einzustellen.

Schliesslich geht es allenfalls um die direkte Förderung von Spitzensportlern. Da haben andere Länder die Möglichkeit, Militärs vollumfänglich zu bezahlen. Das ist eine Lösung, die wir eigentlich nicht unbedingt weiterverfolgen wollen, weil wir keine bezahlten Sportler möchten. Wir könnten uns aber vorstellen, dass Spitzensportler z. B. bis zu hundert Tagen freiwillig Dienst leisten. Auf diese Art könnten sie kontrolliert gefördert werden; gute Sportler könnten so vielleicht einen Drittel oder die Hälfte ihres Einkommens erlangen.

Das wären die Elemente: Ausbau von Anlagen, Unterstützung der Sportwissenschaft, Nachwuchsförderung und gezielte Unterstützung von Spitzenathleten, die auf dem Weg nach oben sind, aber vom Sport nicht leben können.

Wir sehen vor, dem Bundesrat bis Mitte Jahr ein Konzept in diesem Sinne vorzulegen. Das Konzept dürfte dann auch Sie erreichen und, so nehme ich an, hier zusammen mit den Olympischen Spielen zur Sprache kommen.