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Häberli-Koller Brigitte · Ständerat · 2012-12-06

Häberli-Koller Brigitte · Ständerat · Thurgau · Fraktion CVP-EVP · 2012-12-06

Wortprotokoll

Ein nach meiner Ansicht zentrales Element unserer Landwirtschaftspolitik ist die Aus- und Weiterbildung. Ich erlaube mir deshalb, einige Bemerkungen dazu anzubringen.

Ein junger Landwirt aus meinem Kanton, dem Kanton Thurgau, hat mir folgende Bemerkungen zukommen lassen: "Als angehender Agronom bin ich der Meinung, dass Bildung zum Wichtigsten gehört, um die Schweizer Landwirtschaft wirklich voranzubringen. Mit dem Bildungsniveau steigt auch das Verständnis für die wirtschaftliche Produktion und für die Ökologie." Wenn wir also über Landwirtschaftspolitik diskutieren, dürfen wir die mannigfachen Bestrebungen der landwirtschaftlichen Berufsbildung nicht vernachlässigen. Einfach nur Kühe melken oder Schweine mästen reicht heute nicht mehr. Der qualitativ hohe Stand unserer landwirtschaftlichen Produktion ist auch das Ergebnis einer sehr qualifizierten und praxisnahen Ausbildung.

Mit einer zeitgemässen und fundierten dreijährigen Berufslehre werden die jungen Landwirtinnen und Landwirte bestens auf diesen Beruf vorbereitet. Und wer sich danach noch weiterbilden will, hat viele Möglichkeiten. Ich möchte darauf hinweisen, dass die landwirtschaftliche Weiterbildung die gleiche Durchlässigkeit wie jene der gewerblichen und der kaufmännischen Berufsbildung aufweist. Nach der dreijährigen Berufslehre ist es beispielsweise möglich, eine technisch orientierte Berufsmittelschule und danach eine Fachhochschule zu absolvieren.

Angesichts der wachsenden Anforderungen an Landwirtinnen und Landwirte kommt den Bereichen Marketing, Verkauf und Innovation, kommt dem Bereich Unternehmensführung eine immer stärkere Bedeutung zu. Hier entstehen zahlreiche Bildungsangebote mit Schwerpunkten in Betriebswirtschaft, in der Produktionstechnik sowie in den Agrarmärkten. Das neue Berufsbild des Agrotechnikers HF beispielsweise versetzt die Absolventinnen und Absolventen in die Lage, Fach- und Führungsaufgaben in der Landwirtschaft sowie in den vor- und nachgelagerten Bereichen zu übernehmen. Übrigens sind diese Leute für Unternehmen im Bereich der landwirtschaftlichen Güterproduktion und -verteilung begehrte und gesuchte Mitarbeitende im mittleren Kader. [PAGE 1101]

Wenn wir von der Landwirtschaft also mehr Marktausrichtung und mehr Ökologie verlangen, müssen wir dafür sorgen, dass die landwirtschaftliche Bildung, aber auch die Forschung und Entwicklung in der Schweiz ihr hohes Niveau behalten. Es ist deshalb wichtig, dass wir das gute Bildungsniveau beibehalten und die Mindestanforderungen an die Ausbildung für die Ausrichtung von Direktzahlungen nicht verwässern. Die Innovationskraft der Landwirtschaft fördern wir am effizientesten durch eine exzellente Bildung. Wir müssen aber auch bereit sein, die Mittel dafür zu sprechen.

Ich bin ebenfalls für Eintreten auf die Vorlage.

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