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Mörgeli Christoph · Nationalrat · 2001-09-27

Mörgeli Christoph · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2001-09-27

Wortprotokoll

Die Kollegen Vollmer und Pfister möchten den Sport aus der Liste der Embargo-Massnahmen streichen. Ich achte und bewundere ihre Sportlichkeit und ihr Engagement für den Sport. Ich freue mich mit ihnen, wenn sie, wie viele in diesem Land und auf der ganzen Welt, Freude am Sport haben.

Grundsätzlich bin ich dagegen, dass wir uns dem Embargogesetz unterwerfen. Aber aus Gründen der Tatsachen und des disziplinierten Denkens finde ich es ausgesprochen unlogisch, wenn wir hier nun den Sport ausklammern. Ich glaube, dass es arg blauäugig ist zu behaupten, Sport hätte nichts oder fast nichts mit Politik zu tun. Die Olympiade in Berlin von 1936 hat zur Stabilisierung und weltweiten Akzeptanz des NS-Regimes beigetragen. Ich bin überzeugt, dass [PAGE 1259] das Minderheitenregime in Südafrika am massivsten durch die sportlichen Sanktionen getroffen worden ist, sehr viel mehr als durch wirtschaftliche Sanktionen. Die ehemalige DDR hat einen guten Teil ihres staatlichen Selbstverständnisses aus dem Spitzensport geschöpft. Das neueste Beispiel hat mir eben Toni Brunner erzählt: Bei der Europameisterschaft im Seilziehen am letzten Wochenende in Bütschwil durfte Spaniens Mannschaft nicht antreten, weil sie sich unter der baskischen Fahne versammelt hatte.

Sogar die Schweizerische Eidgenossenschaft hat es vor einigen Jahren für gut befunden, den Sport zur Staatssache zu machen, was ich sehr bedaure: Wir haben ein Bundesamt für Sport gegründet, einzig und allein, um Herrn Bundesrat Ogi damals den Departementswechsel zu versüssen.

Meiner Ansicht nach wäre Sport keine Staatssache. Es ist meiner Ansicht nach aber doch etwas arg blauäugig und naiv zu sagen, dass dieser nicht auf eine Embargo-Liste gehört. Ich bin gegen das Gesetz als Ganzes; hier den Sport aber auszusparen, das würde ich nicht empfehlen.