Girod Bastien · Nationalrat · 2012-09-13
Girod Bastien · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2012-09-13
Wortprotokoll
Die Grünen lehnen den Minderheitsantrag ab. Wir bitten Sie, dieser Konvention zuzustimmen. Die Gründe für die Zustimmung habe ich bereits in der Eintretensdebatte genannt. Es geht im Wesentlichen darum, der Landschaft einen Wert zu geben und diesen Wert auch zu schützen. Es geht aber auch um die Zusammenarbeit im Landschaftsschutz: Es ist ja eine europäische Konvention, mit der wir auch Landschaften ausserhalb der Schweiz unterstützen.
In diesem Zusammenhang möchte ich aber auch sagen, dass die Grünen ein modernes Verständnis des Landschaftsschutzes haben. Die Grünen haben erst kürzlich ihre Energiestrategie 2050 verabschiedet. Darin halten wir fest, dass wir zwei bis vier Terawattstunden Windenergie wollen. Einerseits brauchen wir die Windenergie, weil sie beim Atomausstieg einen Ausgleich zur Sonnenenergie ermöglicht, andererseits ist die Windenergie eine günstige erneuerbare Energiequelle, die vor allem heute rasch ausgebaut werden muss, weil wir bei den erneuerbaren Energien mit der Windenergie pro Franken am meisten erreichen. In diesem Sinne geht es nicht darum, die Landschaft einzufrieren. Es geht um eine nachhaltige Nutzung der Landschaft. Windenergie lässt sich nicht unterirdisch gewinnen, und Windenergie lässt sich auch nicht konzentriert im Siedlungsgebiet gewinnen. Deshalb ist auch hier klar zu sagen: Die Energiewende wird in der Landschaft sichtbar sein.
Der Landschaftsschutz ist ja auch ein Schutz der früheren Nutzung, also wird in Zukunft vielleicht auch die Windenergiegewinnung Teil einer schützenswerten Landschaft sein. Deshalb empfinden wir es als wichtig - auch wenn wir hier zustimmen -, dass in der Schweiz rasch mindestens 400 Windanlagen aufgestellt werden und so ein Beitrag zum Atomausstieg geleistet wird.
In diesem Sinne, im Sinne eines modernen Landschaftsschutzes, im Sinne einer nachhaltigen Nutzung der Landschaft, bitten wir um Zustimmung zu dieser Konvention.