Lexipedia

Ingold Maja · Nationalrat · 2012-09-13

Ingold Maja · Nationalrat · Zürich · Fraktion CVP-EVP · 2012-09-13

Wortprotokoll

Die Berücksichtigung der Gesundheitsdeterminanten gehört zu den Instrumenten, die das Präventionsgesetz zur Wirkung bringen. Was heisst denn "das Präventionsgesetz zur Wirkung bringen"? Dass ein grösserer Teil der Bevölkerung gesünder ist, das heisst weniger Gesundheitsleistungen bezieht, und dass die Kosten im Gesundheitswesen entlastet werden, genauer: investieren in Prävention, um nachher zu sparen. Damit Präventionsmassnahmen nicht für die Katz sind, muss man eben Gesundheitsdeterminanten berücksichtigen.

Zum Beispiel ist allen bekannt, dass wirtschaftlich und sozial schwache Menschen viel mehr krank sind, oft bei mehreren Ärzten in Behandlung sind, gleichzeitig Medikamente selten korrekt einnehmen und sogar deutlich früher sterben. Mit ihrer ganzen Familie, auf die sich dieses Verhalten überträgt, belasten sie das Gesundheitswesen überdurchschnittlich, weil sie über wenig Gesundheitskompetenz verfügen. Ziel des Gesetzes ist es, die Gesundheitskompetenz jedes und jeder Einzelnen zu fördern. Genau um das anzustreben, muss man die Gesundheitsdeterminanten der Zielgruppen kennen und berücksichtigen, um den richtigen Weg zum gezielten Aufbau der Gesundheitskompetenz zu entwickeln. Dazu braucht es den Beizug aller Politikbereiche.

In meinem Beispiel der wirtschaftlich Schwachen wird das der Sozialbereich, vielleicht auch der Bildungsbereich sein. Zusammen, interdisziplinär, wird man schnell sehen, dass diese übergreifenden Kooperationen geeignet sind, Prävention dort zu ermöglichen, wo es sich lohnt. Wir sollten dieser zielorientierten interdisziplinären Vorgehensweise mit Einbezug aller Politikbereiche eine Chance geben. Das wird das Präventionsgesetz auch leisten und deshalb einen Beitrag zur Förderung von Gesundheit leisten. Deshalb ziehe ich jetzt meinen Minderheitsantrag zurück - um das Gesetz als Ganzes nicht zu gefährden.