Leuthard Doris · Bundesrat · 2012-06-12
Leuthard Doris · Bundesrat · Aargau · 2012-06-12
Wortprotokoll
Herr Nationalrat Freysinger hat eine Idee aufgegriffen, die tatsächlich getestet wird; die Tests sind in der Pilotphase. Heute werden Strassen gesalzen; man mischt etwa 2 Prozent Kalziumchlorid bei, um die Gefriertemperatur zu senken. Ein Nebenprodukt der Zuckerherstellung, die Melasse, könnte das tatsächlich nicht unproblematische Kalziumchlorid ersetzen. Die Melasse würde aber nicht das ganze Streusalz ersetzen, sondern vor allem dieses problematische Additiv. Man muss wissen, dass die Melasse nicht in der Schweiz produziert würde, denn in der Schweiz wird Zucker ja aus Zuckerrüben, nicht aus Zuckerrohr hergestellt. Die Melasse würde aus Südamerika und Australien importiert, also aus Staaten, die vor allem Zuckerrohr produzieren.
Im Kanton Bern läuft eine Studie bis im Herbst 2013, mit der man den Einsatz von Melasse testet sowie die Auswirkungen auf die Sicherheit und die Kosten näher anschaut.
Kostenvorteile scheint der Einsatz von Melasse bei der Verarbeitung zu haben. Es entstehen auch bei der Anschaffung nur unwesentlich höhere Kosten als bei den konventionellen Auftaumitteln. Bedenken bestehen offenbar im Moment bei den Wirkungen auf die Gewässer und auf Flora und Fauna. Das ist man am Prüfen, sodass ich Ihnen noch nicht sagen kann, ob das schlussendlich zu einer Alternative führen kann.
Wenn bis im Herbst 2013 die Resultate vorliegen, wird das Bundesamt für Strassen mit anderen Bundessstellen prüfen, ob und mit welchen rechtlichen Anpassungen ein zuckerhaltiges Auftaumittel für den Winterdienst vorgesehen werden kann. Wir werden dann selbstverständlich auch mit den Kantonen und Organisationen das Gespräch suchen.
In diesem Sinne kann ich nicht zur Motion Ja sagen, aber zur Tendenz. Ein Postulat hätte ich gerne entgegengenommen.