Fetz Anita · Ständerat · 2012-12-12
Fetz Anita · Ständerat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion · 2012-12-12
Wortprotokoll
Als Pferdeliebhaberin und gelegentliche Reiterin, übrigens auch im Jura, bitte ich Sie inständig, den [PAGE 1180] Einzelantrag Seydoux zur Wiedereinführung der Importkontingente abzulehnen.
Hauptgrund ist, dass die Massnahme das eigentliche Problem, die fehlende Nachfrage, nicht löst, im Gegenteil: Weil Züchter von Freibergern und andere subventioniert werden, haben sie es bis heute nicht geschafft, ihre Zucht den heutigen Anforderungen der Pferdenutzer anzupassen. Die Kontingentierung würde diese Fehlentwicklung der einheimischen Pferdezucht zementieren und wieder zu einem extremen Überangebot führen, genauso, wie wir das in den Neunzigerjahren schon hatten. Wissen Sie, was dann mit diesem Überangebot passiert? Die Fohlen werden dann rechtzeitig von ihren Müttern weggenommen, ins Ausland "verkarrt" und dort in üblen Schlachthöfen geschlachtet; das ist dann das Ergebnis. Es kann doch nicht sein, dass wir eine Überproduktion zulassen und nachher Fohlen ins Ausland schicken, schlachten lassen und dieses Fleisch reimportieren müssen, damit wir es auf der Fleischplatte wieder haben können! Das wird geschehen, wenn wir zu diesen Importkontingenten zurückgehen, die in den Neunzigerjahren, genau wegen dieser tierfeindlichen Auswirkung, abgeschafft worden sind. Es gibt keinen Grund, darauf zurückzukommen.