Föhn Peter · Ständerat · 2012-12-12
Föhn Peter · Ständerat · Schwyz · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2012-12-12
Wortprotokoll
Es geht um eine angemessene Inlandfutterversorgung für Nutztiere bzw. darum, dass diese allenfalls gesichert ist. Unter dem Titel von Artikel 54, "Beitrag für einzelne Kulturen", kann der Bundesrat Beiträge an einzelne Kulturen ausrichten, dies gemäss Fassung Nationalrat wie auch gemäss Entwurf des Bundesrates. Der Nationalrat will, wie unser Kommissionspräsident ausgeführt hat, eine angemessene Versorgung mit Futter für Nutztiere gewährleisten. Der Bundesrat könnte also eingreifen; das wäre, wie er sagt, eine produktionslenkende Massnahme.
Wir müssen das ein wenig anschauen, auch von der Grösse her. Seit zwanzig Jahren ist der Kraftfutteranteil in den Tierrationen stabil geblieben. Aber was ist geschehen? Der Importanteil an Kraftfutter ist deutlich angestiegen, und es werden heute etwa 50 Prozent dieses Futters eingeführt. Weshalb? Wir haben einen Rückgang der [PAGE 1181] Futtergetreideflächen von 212 000 auf 145 000 Hektaren gehabt, d. h. ein Minus von 66 000 Hektaren, weil sich der Anbau nicht rentiert. Was hat man daraufhin getan? Der grösste Teil davon, über 40 000 Hektaren, wurde mit Kunstwiesen ersetzt: Das rentiert natürlich. Wir unterstützen grundsätzlich alles und jedes, aber das Viehfutter muss weiterhin in rauen Mengen eingeführt werden, weil es letztlich häufig eine Preisfrage ist.
Wenn wir schon am Ausgleichen sind, müssen wir hier doch auch entsprechende Vorgaben machen und dem Bundesrat ein Steuerungsinstrument in die Hand geben. Man kann nicht sagen, man unterstütze alles, aber das Viehfutter muss in sehr grossen Mengen importiert werden. Gerade hier könnten wir ausgleichende Gerechtigkeit schaffen, wenn wir dem Bundesrat zumindest die Möglichkeit gäben einzugreifen. Dies ist ganz klar eine Kann-Formulierung, es ist kein Muss. Letztendlich ist es auch eine Frage der Selbstversorgung.
Es ist eine wichtige Frage, deshalb bitte ich Sie dringend, meiner Minderheit zuzustimmen und dem Nationalrat zu folgen.