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Burkhalter Didier · Bundesrat · 2014-06-05

Burkhalter Didier · Bundesrat · Neuenburg · 2014-06-05

Wortprotokoll

Ich beantworte Ihre Frage gerne; ich habe gedacht, vielleicht fragen Sie einmal auf Französisch, aber das ist nicht der Fall.

Ich beantworte diese Frage gerne auch im Hinblick auf die Kohäsion der Schweiz: Ich habe vor einem Monat die Gelegenheit gehabt, die Landsgemeinde in Appenzell zu besuchen. Ich würde nicht sagen, dass es einen durchschnittlichen Appenzeller gibt. Es gibt Appenzeller; das sind fähige Bürger, die selbstständig entscheiden können. Es war mir wirklich ein Vergnügen, und ich glaube auch für die Appenzeller, dass wir einen Dialog führen und auch unsere Unterschiede offen diskutieren konnten. Ich habe dann gesagt: Jetzt bin ich in Appenzell, und in einem Monat wird das 200-Jahr-Jubiläum des Beitritts von Genf zur Schweiz gefeiert - das war am Samstag der letzten Woche -; auch Genf ist in der Schweiz. Ich habe in Appenzell gesagt: Kommen Sie nach Genf! Appenzell: katholisch, konservativ usw. Wie Sie sagen, wahrscheinlich sind nicht alle von Anfang an vom internationalen Genf überzeugt; aber nur am Anfang nicht. Ich habe gesagt: Kommen Sie mal nach Genf - protestantisch, vielleicht etwas fortschrittlich, aber nicht immer, und international orientiert.

Wir haben junge Leute von Appenzell zu den jungen Genfern gebracht und haben diskutiert. So viele Unterschiede gibt es gar nicht. Es ist Appenzell plus Genf, was die Schweiz ausmacht. Es wäre gut, wenn Sie, Herr Mörgeli, einmal den Bürgern überall in der Schweiz auch etwas von Genf erzählen würden und nicht nur vom sogenannten Durchschnittsbürger von Appenzell sprechen würden, der nicht einmal existiert, denn er ist nicht durchschnittlich. Man sollte nicht immer sagen, die Bürger in der Schweiz könnten nichts vom internationalen Genf verstehen. Das ist falsch. Das ist falsch, und das ist antischweizerisch. Genf gehört zur Schweiz. Die internationalen Einflüsse über Genf auf die Schweiz sind für uns alle wichtig: für die Appenzeller, für die Luzerner und sogar für Sie, Herr Mörgeli.