Gutzwiller Felix · Ständerat · 2013-03-18
Gutzwiller Felix · Ständerat · Zürich · FDP-Liberale Fraktion · 2013-03-18
Wortprotokoll
Ich bin Frau Kollegin Maury Pasquier dankbar, dass sie dieses Thema hier kurz aufgreift. Es ist ein wichtiges Thema. In der Tat nimmt die Zahl der HIV-Diagnosen leicht zu. Man sollte das sicher nicht dramatisieren, aber sie nimmt leicht zu. Die Gründe sind vielfältig, wie das der Bundesrat auch sagt. Nach meiner Erfahrung ist ein wichtiger Grund, dass man in diesem Bereich sozusagen das Opfer der guten medizinischen Entwicklung geworden ist. Es ist heute so, dass viele junge Menschen wissen, dass diese Krankheit behandelbar ist, wenn man es richtig macht, dass sie nicht mehr oder nur selten tödlich ist. Das hat sich in den letzten dreissig Jahren ganz dramatisch geändert. 1982 wurde der erste Fall in der Schweiz bekannt; Sie erinnern sich. Deshalb gilt es in jedem Fall, wieder neue Wege zu finden, wie diese Krankheit thematisiert werden kann.
Ich glaube in diesem Sinne auch, dass es richtig ist, dass die Strategie etwas geändert wurde und heute nicht nur HIV/Aids, sondern auch andere sexuell übertragbare Krankheiten mit einbezogen werden. Man macht in dem Sinne auch nicht mehr "nur" eine Stop-Aids-Kampagne, sondern es ist daraus eine Love-Life-Kampagne geworden, um den englischen Ausdruck zu nehmen.
Ich möchte abschliessend die Gelegenheit auch benutzen, um doch deutlich zu machen, dass es immer wieder Stimmen gibt, die sagen, nachdem wir kürzlich sozusagen gerade das Jubiläum "25 Jahre Stop-Aids-Kampagne" begangen haben, sei es an der Zeit, diese Aktivitäten zurückzufahren und nichts mehr oder viel weniger zu tun. Ich meine, dass dies falsch wäre. Das belegen nicht nur die neuen Zahlen. Viel wichtiger ist für mich die Tatsache, dass jedes Jahr ganze Kohorten, ganze Gruppen von Jugendlichen in die Sexualität eintreten, die Sexualität entdecken. Für uns "Alte" ist das Präservativ ein gewohntes Bild geworden. Wir haben alle das Gefühl: Wir wissen das nun wirklich genug, wir kennen es. Aber für Junge, die die Sexualität neu entdecken, ist das eine völlig neue Welt. Deshalb muss auch die Kampagne, müssen die Anstrengungen präsent bleiben.
Ich denke deshalb, dass es richtig ist, im Zusammenhang mit der Interpellation Maury Pasquier daran zu erinnern, dass Vorschläge, diese Kampagne zurückzufahren, die Gelder zu reduzieren, das Falsche treffen. Ich bin der Meinung, dass wir unsere Anstrengungen, die Anstrengungen des Bundes, der Kantone und der Aids-Hilfe, unvermindert weiterführen sollten.