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Minder Thomas · Ständerat · 2012-12-13

Minder Thomas · Ständerat · Schaffhausen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2012-12-13

Wortprotokoll

Als in der vergangenen Sommersession meine Motion zwecks Vorprüfung der Kommission zugewiesen wurde, hatte ich längst erkannt, dass es den Operateuren bei ihrer Triage hilft, wenn die Bürger die unterschiedlichen Notrufnummern kennen und auch entsprechend wählen. Wenn die Hilfesuchenden nicht noch zusätzlich weitergeleitet werden müssen, kann wertvolle Zeit gespart werden. Ich bezweifle aber, dass dies in den kommenden Jahren mit der starken Zuwanderung noch der Fall sein wird: Eine zunehmende Anzahl Bürger kennt die wichtigen Notrufnummern nicht mehr auswendig. Ich stellte damals den Ordnungsantrag ganz explizit mit der Bitte - dies auch an die Adresse von Kollege Bieri, der in dieser Session den Zuweisungsantrag kritisierte -, dass die KVF das Thema im Sinne der Problematik der Lokalisierung behandeln solle; das ist der zentrale Punkt.

Die Motion hat zwei Elemente: Das eine ist die Vereinheitlichung, die Nummern zu kennen, und das andere ist die Lokalisierung der Anrufer. Denn dort ist wirklich Handlungsbedarf gegeben; dies sagen die Profis in den Kantonen. 70 Prozent der Notrufe werden von Natels aus getätigt, wodurch die Standortlokalisierung für die Retter erschwert wird, denn die Funknetzbetreiber geben heute den Blaulichtorganisationen nur die Natelantenne bekannt, über welche der Notruf getätigt wurde. Der Radius der Fläche, in dem der Anrufer gesucht werden muss, ist somit gerade in abgelegenen Regionen mehrere Kilometer breit; er kann bis zu 30 Kilometer gross sein. Das hat der Fall im Alpsteingebiet, den ich letztes Mal geschildert habe, gezeigt - er war übrigens Auslöser dieser Motion. Die notrufende Frau konnte erst nach drei Tagen lokalisiert werden, obwohl man sie am Telefon hatte.

Der Interverband für Rettungswesen wünscht sich deshalb, dass der Bund eine verbesserte Standortidentifikation vorschreibt. Technisch könnte dies über zwei Wege geschehen: Entweder geben die Natelbetreiber detaillierte Funkzelleninformationen heraus, sodass durch eine Triangulation, also das Verwenden der Signale mehrerer Antennen, eine exaktere Positionierung berechnet werden kann. Oder wir machen es wie die Rega: Diese hat eine beliebte App zur Verfügung gestellt, also ein kostenloses Programm für unsere Smartphones, welches im Notfall detailliertere Informationen über den Standort automatisch übermittelt, dies via das satellitengestützte GPS, welches fast auf den Meter genau ist.

Ich verweise an dieser Stelle auf einen Artikel im "Tages-Anzeiger" von Mitte November mit dem Titel "Retter pochen auf bessere Ortung": "Wer per Handy Alarm schlägt, kann heute nur ungenau geortet werden, obwohl die GPS-Technik eine präzise Standortidentifikation erlauben würde. Dafür müsste der Bund aber handeln." Ein Handeln im technischen Bereich, bei der Lokalisierung, ist also wünschenswert und auch seitens der Kantone gefragt.

Ich ziehe deshalb meine Motion zurück, um den Weg in diese Richtung freizumachen.