Föhn Peter · Nationalrat · 2001-10-04
Föhn Peter · Nationalrat · Schwyz · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2001-10-04
Wortprotokoll
Nach nochmaliger und eingehender Konsultation verschiedenster Veranstaltungskalender werde ich mich betreffend Eintreten auf den Gegenentwurf der Stimme enthalten. Viele Autofahrer wären gezwungen - oder besser gesagt: sie würden ermahnt werden -, andere Register zu ziehen als gewöhnlich und diesen Sonntag als Erlebnistag oder zumindest als ruhigeren Tag für sich und eventuell eine ganze Familie oder Umgebung neu oder gar ideenreicher zu gestalten. Sogar die Wirtschaft, insbesondere der Tourismus, könnte meiner Meinung nach neue Destinationen anpeilen, was auch als Chance gedacht sein könnte. Es ist doch schon oft vorgekommen, dass man jemanden sanft zum Glück zwingen musste. Also könnte ich - nebst den vorhin aufgeführten Negativseiten und Einschränkungen - einem autofreien Sonntag, als mehrfacher Familienvater, auch positive Seiten und meine Sympathie abgewinnen. Aber nur dann - das betone ich -, wenn dieser autofreie Sonntag am Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag durchgeführt und dies entsprechend meinem Antrag ins Gesetz aufgenommen wird. Irgendeinem autofreien Sonntag zwischen Frühling und Herbst kann ich nie zustimmen - deshalb meine Enthaltung beim Gegenvorschlag. Ich darf Ihnen versichern: In meiner Familie wird sonntags das Auto grösstmehrheitlich nur für Besuche von Sport- und Kulturanlässen gebraucht; sonst bleibt das Auto in der Box. Mein Antrag sieht vor, den autofreien Sonntag terminlich festzunageln, und zwar am Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag; das ist die einzige Abweichung vom indirekten Gegenvorschlag, d. h. vom Antrag der Mehrheit.
Schauen Sie sich den Veranstaltungskalender eines jeden Sonntags in der im Gegenvorschlag vorgesehenen Sommerzeit in Ihrer Region an; ich habe dies über Wochen hinweg getan. Sie werden zur gleichen Einsicht wie ich kommen: In jeder Region gibt es an allen Sonntagen Dutzende, ja Hunderte von Anlässen, welche nicht einfach abgesagt oder auf einen anderen Sonntag oder einen Wochentag vorverlegt werden können. Denken Sie nur an die sportlichen und kulturellen Anlässe! An jedem Sonntag hat es kleinere und grössere Veranstaltungen, die auf Jahre hinaus angesagt sind und nicht verschoben werden können, denn das Jahr hat für unsere Veranstalter zu wenig Sonntage oder zu wenig Wochenenden. Fragen Sie einmal die Veranstalter. [PAGE 1389] Diese Organisatoren werden zu Recht Sturm laufen.
Nach intensiver Konsultation der Veranstaltungskalender in den verschiedensten Regionen stelle ich fest: Es wird nur der Bettag einigermassen akzeptiert werden. Ich habe verschiedenste Gespräche geführt. Den Initianten ist es wichtig, dass ein Sonntag autofrei ist, egal welcher. Also wäre auch der Bettag genehm. Ich erwähne nur einmal die Sportveranstaltungen, die in der Frühlings-, Sommer- und Herbstzeit durchgeführt und mit viel Liebe organisiert werden, und zwar grossmehrheitlich an Sonntagen. Denken Sie nur an die im Kalender eng terminierten Badminton-, Basketball-, Eishockey-, Fussball-, Handball-, Unihockeyspiele! Denken Sie an die ebenfalls eng terminierten Velorennen, Turnfeste, Schwingfeste, an die Schiesssportanlässe nebst dem Obligatorischen, an die Reitturniere, Schachmeisterschaften, Mountainbike-Rennen, Leichtathletikanlässe und insbesondere an die Volks- und Bergläufe mit sehr grosser Beteiligung. Oder denken Sie an die vielen Trendsportarten, in denen unsere Jugend eine sinnvolle Beschäftigung findet.
Neben den im Veranstaltungskalender aufgeführten Sportanlässen dürfen wir unsere Jugendlichen, zum Glück, zu den nirgends öffentlich publizierten Trainings führen - meist auch an Sonntagen, aber nie oder selten am Bettag.
Die vorhin aufgeführten Veranstaltungen werden über alle Kategorien und Ligen, vom jüngsten Knirps bis zum Veteranen, angeboten und durchgeführt. Nebenbei erinnere ich an die - zusammengezählt - überaus grossen Zuschauerzahlen an diesen Veranstaltungen.
Gemäss verschiedenster Gespräche ist es wegen der Infrastrukturen absolut nicht möglich, alle Veranstaltungen von einem Wochenende auf den Samstag vorzuverlegen. Laut ersten Abklärungen ist es auch an einem gewöhnlichen Sonntag nicht möglich, den dafür notwendigen Transport mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Carunternehmen zu bewältigen.
Schauen Sie nun den Veranstaltungskalender vom Bettag an! Ausser dem bekannten Comptoir Suisse - aber auch dieser verursacht weniger Verkehr als die oben aufgeführten Veranstaltungen - sind sehr wenige Veranstaltungen am Bettag angesetzt. Einzig da wäre ein autofreier Sonntag verkraftbar. Wenn schon ein autofreier Sonntag eingeführt werden soll, machen wir Nägel mit Köpfen und bestimmen den Tag bzw. den Sonntag!
Für mich und viele Bürgerinnen und Bürger gibt es demzufolge nur den Bettag als autofreien Sonntag.