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Wasserfallen Christian · Nationalrat · 2011-06-16

Wasserfallen Christian · Nationalrat · Bern · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2011-06-16

Wortprotokoll

In diesem Kapitel geht es um die Zulassung zu den Hochschulen. Das Kapitel ist so strukturiert worden, dass eigentlich die verschiedenen Hochschultypen - Universitäten, pädagogische Hochschulen und Fachhochschulen - jeweils separate Artikel erhalten. Das ist insbesondere wichtig zu wissen, wenn man über den Antrag der Minderheit Pfister Theophil zu Artikel 24a abstimmt. Wenn dieser ganze Artikel gestrichen wird, entsteht eine Lücke in der Regelung des Zugangs zu den pädagogischen Hochschulen; die Zulassung zu diesen Hochschulen wäre dann nicht mehr geregelt. Daher ist es nichts als logisch, dass man hier der Mehrheit folgen sollte.

Weiter geht es dann bei den Artikeln 25 und 26 mit den Fachhochschulen. Dort ist festzuhalten: Diese beiden Artikel entsprechen wirklich dem, was im Fachhochschulgesetz punkto Zulassung und Zugang zu Fachhochschulen vorgeschrieben war. Das gilt insbesondere eben für Artikel 25 Absatz 2, wo es darum geht, für die Zulassung zu Fachhochschulen eben auch Ausnahmeregelungen machen zu können. Diese sind entscheidend, weil die Absolventen von Fachhochschulen längst nicht mehr nur Leute sind, die ein HWV- oder ein Ingenieurstudium absolvieren. An den Fachhochschulen wird eben auch in neuen Bereichen wie Gesundheit, Soziales und Kunst gelehrt. Von daher muss man auch in diesen Bereichen Zugang zu den Fachhochschulen gewähren, und der sieht bisweilen halt anders aus als der traditionelle Weg an die Fachhochschule. Er ist dann eher geprägt von der gymnasialen Matur.

Der Grundsatz bei den Fachhochschulen, den Sie im ganzen Gesetz immer wieder finden, ist der Zugang via Berufsmaturität sowie die praxisorientierte und berufsbezogene Optik. Es bleibt zu erwähnen, dass in Artikel 26 auch die anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung als ein zentraler Baustein der Fachhochschulwelt enthalten ist und dass man die Qualifizierung durch den Abschluss für den Beruf hervorstreicht. Zudem soll Absatz 3 von Artikel 26 gestrichen werden, damit man in dem Sinne auch die Fachhochschulen, die ja eigentlich flügge sind, in die Freiheit entlassen kann und diese ihre Studienprogramme nicht von einem anderen Gremium absegnen lassen müssen.

Die Vertretung der Arbeitswelt wurde jetzt abgelehnt, das nehme ich zur Kenntnis. Auch das Antragsrecht wurde nicht entscheidend ausgedehnt. Es muss wirklich das Ziel sein, dass die Fachhochschulen praxisorientiert und berufsbezogen bleiben, denn dort wird der Dualismus spürbar. Es wird wichtig sein, dass dieser Ausschuss aus den Organisationen der Arbeitswelt, der da jetzt irgendwie Anträge stellen kann, auch wirklich entscheidend Einfluss nehmen kann, gerade bei den Fachhochschulen. Es wird wichtig sein, dass wir diesen Dualismus nicht verlieren. Ich würde mir wünschen, dass der Ständerat noch einmal ein spezielles Augenmerk auf die Tätigkeit dieses Ausschusses respektive auf das Antragsrecht richten würde, damit man genau diese Aussensicht hineinbringen kann.

Denn es sind zwei verschiedene Paar Schuhe, ob man auf der rein akademischen Ebene spricht oder ob man auch die Aussensicht der Arbeitswelt hineinbringen kann. Wenn man beispielsweise gerade bei den Fachhochschulen bleibt, sieht man diese anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung zusammen mit berufsqualifizierenden Tätigkeiten und berufsqualifizierender Lehre und Forschung. Sie können nicht rein akademisch bestimmen, was das heisst, sondern es ist dann wirklich entscheidend, dass eine Aussensicht auch ihre Geltung entwickeln kann, damit man diesen Prinzipien der Fachhochschulen nicht abschwört. Es ist von niemandem gewünscht, eine Verakademisierung zu machen, aber wir müssen das auch leben und vorgeben, damit man diese Verakademisierung nicht hat. Deshalb ist es wichtig, dass die Fachhochschulen hier gestärkt werden.

Ich befürchte im Moment etwas. In dem Gremium, das früher Eidgenössische Fachhochschulkonferenz (EFHK) hiess, waren die Arbeitsvertreter explizit für Fachhochschulthemen eingesetzt. Jetzt ist es ein kleines Gremium, das für alles, für den ganzen Hochschulraum, tätig sein soll. Ich befürchte, dass man dort die Optik der Fachhochschulen etwas verliert. Ich möchte davor warnen, das zu tun. Die Fachhochschulen sind berufsbezogen, praxisorientiert, arbeitsmarktorientiert, das ist die Realität, und an dem gibt es für uns und für mich persönlich überhaupt gar nichts zu rütteln.

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