AB 152504
Moser Tiana Angelina · Nationalrat · Zürich · Fraktion CVP/EVP/glp · 2011-06-16
Wortprotokoll
Ich werde zu Ziffer 5 in Artikel 30 Absatz 1 Buchstabe a sprechen. Ich habe zu den anderen Ziffern, die wir bei diesem Artikel besprechen, bereits beim Antrag der Minderheit Riklin Kathy gesprochen.
Bei Artikel 30 Absatz 1 Buchstabe a Ziffer 5 unterstützen wir die Mehrheit und somit die Förderung der tatsächlichen Gleichstellung von Mann und Frau. Es wäre schön, wenn die Beachtung, wie es die Minderheit Müri will, reichen würde. Leider ist das heute nicht der Fall. Ich nehme hier den Gender Report der ETH als Beispiel. Heute sind an der ETH 30 Prozent der Studierenden Frauen. Auf dem Weg zu höheren Stufen kommt leider die sogenannte "leaky pipeline" zum Zug, sodass auf Professorenstufe nur noch gerade 10 Prozent Frauen anzutreffen sind. Das ist seit den Neunzigerjahren unverändert so. Die Gründe dafür sind vielfältig und sind auch nicht immer ganz einfach zuzuordnen.
Wie in anderen Bereichen auch ist die Vereinbarkeit einer wissenschaftlichen Karriere mit einer Familie trotz Bemühungen der Hochschulen, trotz Bemühungen des SNF zum Beispiel eine echte Herausforderung. Dazu kommt aber im Hochschulbereich zum Beispiel auch die zusätzliche Belastung durch befristete Anstellungen mit unsicheren Aussichten, die für Männer und Frauen selbstverständlich unattraktiv sind. Dieses Beispiel zeigt auch, dass es eben nicht nur einfach darum geht, möglichst viele Fördergelder zu investieren. Es braucht selbstverständlich Gelder, aber es geht nicht nur darum. Es ist einfach so, dass sechsmonatige Anstellungen über Jahre hinweg schlicht und einfach unattraktiv sind. Beispiele von jungen Frauen, die aus den zwei Gründen, die ich genannt habe, auf eine akademische Karriere verzichten, kenne ich persönlich genug.
Die alleinige Beachtung der Gleichstellung kann deshalb sicherlich keine Verbesserung erzielen. Wir möchten Sie deshalb bitten, die Mehrheit in diesem Punkt zu unterstützen.