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Trede Aline · Nationalrat · 2014-03-04

Trede Aline · Nationalrat · Bern · Grüne Fraktion · 2014-03-04

Wortprotokoll

Der ETH-Bereich arbeitet, er arbeitet viel und gut. Wir haben in der letzten Leistungsperiode gesehen, dass 120 neue Professuren geschaffen wurden, die Drittmittel wurden um 200 Millionen [PAGE 57] Franken erhöht, es gab 20 Prozent mehr Abschlüsse, und die Studierendenzahl wurde um 40 Prozent gesteigert. Also: Wachstum ist vorhanden, was auch das Ziel war - das haben die ETH erreicht.

Ich möchte Ihnen kurz die drei wichtigsten Ziele oder die drei grossen Projekte, die die ETH erreicht haben, erläutern. Es gibt auch Ziele, welche nicht erreicht wurden.

Das erste grosse Projekt war das Flagship Project in der EU, d. h. das Human Brain Project, welches die ETH Lausanne bekommen hat. Es haben sich verschiedene internationale Forschungsanstalten beworben. Wir haben gesehen, dass drei von den sechs Finalisten, die am Schluss noch im Wettbewerb waren, Schweizer Projekte waren, was wirklich ein sehr hohes Qualitätsmerkmal ist.

Wir haben natürlich nach der Abstimmung vom 9. Februar gehört, dass es eine Unsicherheit gibt, wie es mit diesem Human Brain Project weitergeht. Bleibt der Lead bei der Schweiz, bleibt er es nicht? Wir wussten bis zur Kommissionssitzung im letzten Jahr noch nicht, wie viel Geld die EU für dieses Projekt geben würde; es gibt keine Zahlen, und da sehen wir heute eine neue Unsicherheit. Aber wir hoffen natürlich, dass dies nicht zu schlimme Auswirkungen hat und dass die ETH Lausanne dieses wirklich prestigeträchtige Projekt behalten kann.

Das zweite grosse Projekt bzw. Ereignis war die Einweihung des neuen Gebäudes des Nationalen Hochleistungsrechenzentrums an der ETH in Lugano. Es gehört zwar zur ETH Zürich, steht aber in Lugano und ist für alle schweizerischen Hochschulen und Forschungsanstalten offen und steht ihnen zur Verfügung. In der Kommission wurde natürlich begrüsst, dass jetzt auch in der italienischen Schweiz ein wichtiges Zentrum steht, welches hoffentlich auch bald internationale Ausstrahlung haben wird.

Das dritte grosse Projekt ist der Free Electron Laser, welcher zurzeit im Bau ist. Am Paul-Scherrer-Institut wurden die Bauarbeiten aufgenommen. Wir haben gehört, dass diese Bauarbeiten nicht einfach sind, weil es dabei extrem präzise zugehen muss, da dieser Röntgenlaser über eine weite Distanz funktionieren muss und deshalb beim Bau sogar die Erdkrümmung mit einberechnet werden muss. Aber die Bauarbeiten wurden gestartet und sind gut fortgeschritten. Das waren die grossen Höhepunkte.

Es gibt ein Ziel, welches in der Kommission auch diskutiert wurde und welches sicher nicht erreicht wurde. Das ist der Frauenanteil bei den Professuren an der ETH. Im Leistungsauftrag ist ein Ziel von 25 Prozent festgeschrieben. Das wurde bei Weitem nicht erreicht. Man sieht zwar, dass bei den Assistenzprofessuren ein Frauenanteil von 30 Prozent erreicht werden konnte, aber bei den Professuren ist man nur bei 12 Prozent angelangt. Das heisst, dort ist ein weiterer Effort nötig. Der ETH-Bereich ist sich bewusst, dass man dort weitere Massnahmen ergreifen muss, weil dieses Ziel immer noch nicht erreicht wurde. Nicht nur der Frauenanteil wurde nicht erreicht, sondern auch für ein familienfreundliches System muss noch weitergearbeitet werden, weil es auch für Familienväter nicht immer einfach ist, sozusagen eine Teilzeitprofessur zu bekommen, da es einfach nicht genügend davon gibt. Also, beim Ziel der Gleichberechtigung und der Familienfreundlichkeit gibt es bestimmt noch viel Arbeit.

Zusammenfassend kann man aber sagen, dass die sechs Institutionen ETH, EPFL, PSI, WSL, Empa und Eawag sehr gut unterwegs sind. Sie sind auch international geschätzt und oft frequentiert, und das ist ein sehr gutes Qualitätsmerkmal, welches wir im internationalen Bereich haben.

Die Kommission hat diesen Leistungsbericht klar genehmigt, und ich bitte Sie, dies auch zu tun.