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Geissbühler Andrea Martina · Nationalrat · 2009-09-10

Geissbühler Andrea Martina · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2009-09-10

Wortprotokoll

Seit Jahren versuchen Politikerinnen und Politiker einen Ausbau einer flächendeckenden, vom Staat finanzierten familienexternen Kinderbetreuung zu erzwingen. Dies entspricht aber keineswegs unserer Vorstellung einer Stärkung der Familien.

Nach acht Jahren Erfahrung als Kindergärtnerin und jetzt als Polizistin sehe ich, wie wichtig die Eltern für die Erziehung ihrer Kinder sind, haben wir doch in den Schulen und auch bei der Jugendkriminalität viel weniger mit Jugendlichen zu tun, welche in traditionellen Familien aufgewachsen sind, als mit anderswie aufgewachsenen. Daher müssen wir alles daransetzen, die traditionellen Familien zu unterstützen. Eltern, welche die Erziehungsarbeit selber übernehmen, leisten nämlich eine grosse und wichtige Arbeit, welche endlich Anerkennung verdient. Von den Eltern erhalten die Kinder die Wurzeln, welche sie später befähigen, in unserer schnelllebigen und leistungsorientierten Gesellschaft zu bestehen und ihren Beitrag an eine funktionierende Gesellschaft zu leisten. Verantwortungsvolle Eltern können nicht durch staatliche Institutionen ersetzt werden und sind der beste Garant für eine harmonische Entwicklung ihrer Kinder. Es ist an der Zeit, dass die Politik hier ein Zeichen setzt und die wertvolle Arbeit der Eltern aufwertet und unterstützt.

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Ich bin aber auch realistisch genug, um zu sehen, dass es familienexterne Betreuungsplätze braucht, denn es ist mir klar, dass es Eltern gibt, welche arbeiten gehen müssen oder wollen. Aber es kann nicht sein, dass nur die Eltern unterstützt werden, welche die Kinder möglichst früh in staatliche Obhut geben, und dass die Eltern, welche ihre Kinder zu Hause betreuen und erziehen, doppelt bezahlen müssen. Wir fordern daher einen Abzug für jedes zu betreuende Kind. So können alle Eltern mit dem Geld machen, was sie wollen: die Kinder selber betreuen oder betreuen lassen. Wir wollen, dass der Staat ein liberales, familienfreundliches Modell und nicht ein sozialistisches mit kollektiver Kinderbetreuung unterstützt. Es darf nicht vergessen werden, dass die Quote der Steuer- und Sozialabgaben in Ländern mit staatlichen Tagesstrukturen, zum Beispiel Schweden, bei über 55 Prozent liegt, sodass beide Elternteile gezwungen werden, ausser Haus zu arbeiten.

Aus folgenden vier Gründen lehnen wir daher die meisten der vorliegenden Vorstösse ab:

1. Die Individualbesteuerung diskriminiert die traditionellen Familien.

2. Die Eltern, welche die Erziehung der Kinder zu Hause wahrnehmen, haben einen Lohnausfall, welchen ihnen niemand ersetzt.

3. Die Eltern, welche ihre Kinder zu Hause betreuen, müssen die Krippenplätze der anderen mitfinanzieren.

4. Die Arbeit der Hausfrau und Mutter wird nicht ernst genommen und anerkannt, und dies ist sehr problematisch, ist doch diese Arbeit eine der wichtigsten überhaupt.

Geben wir also möglichst vielen Eltern die Chance, in Eigenverantwortung die Erziehungsarbeit zum Wohle des Kindes zu gestalten, und setzen wir die finanziellen Mittel zur Unterstützung der kleinsten Zelle unserer Gesellschaft, der Familie, ein. Dies würde sich bestimmt positiv auf unser gesamtes Staatswesen auswirken.

Daher bitte ich Sie, der parlamentarischen Initiative der SVP-Fraktion 08.514 Folge zu geben.