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Jenny This · Ständerat · 2001-09-25

Jenny This · Ständerat · Glarus · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2001-09-25

Wortprotokoll

Ich möchte Sie ebenfalls bitten, der Empfehlung David zuzustimmen. Als Inhaber einer Unternehmung im Raum Rapperswil bin ich mit über hundert Mitarbeitern gezwungen, diesen Seedamm täglich zu benützen. Diese Mitarbeiter verbringen einen Teil ihres Lebens mit Warten. Zusätzlich erwachsen mir als Unternehmer - sonst schon von der Rezession arg gebeutelt - pro Jahr Kosten von einigen hunderttausend Franken. Aber ich bin nur einer von vielen Unternehmern. Die meisten fassen eine Standortverlegung ins Auge. Aus volkswirtschaftlicher Sicht ist der bestehende Zustand schlichtweg unzumutbar.

Eine Lösung des Verkehrsproblems ist aber nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht dringendst notwendig; eine Umfahrung bauen wir nicht für die Automobilisten, sondern primär und vor allem zum Schutz der Anwohner, deren Lebensqualität massiv beeinträchtigt wird. Kollege Eugen David hat es gesagt: 24 000 Autos zwängen sich jeden Tag durch ein Wohngebiet mit 25 000 Einwohnern. Am Gotthard sind es 21 000, am Belchen 27 000 und 25 000 an der A13 - der Unterschied: Dort sind es alles Autobahnen, hier ist es ein Dorf, eine Stadt.

Herr Bundespräsident, ich weiss, Sie haben weiss Gott andere Sorgen. Aber hier sind wir nun wirklich auf Ihre Hilfe angewiesen. Leider habe ich den Eindruck - dies täuscht leider kaum -, dass die Ostschweiz langsam zum Stiefkind dieser Nation verkommt. Wir sind letztlich eine Milchkuh, die zwar ständig gemolken, jedoch gar nie gefüttert wird. Zum Schluss verlangt man von uns noch, dass wir zufrieden wiederkäuend vor uns hindösen.

Herr Bundespräsident, natürlich wäre es ungerecht, die Schuld für alle Unannehmlichkeiten Ihnen zuzuschieben. Wir haben über Jahrzehnte fast alles stillschweigend hingenommen, was in Bern gegen die Ostschweiz beschlossen worden ist, gegen einen Landesteil notabene, in dem mehr als eine Million Menschen und jeder fünfte Deutschschweizer wohnen. Die Auswahl der Brüskierungen reicht von der vom Bundesrat abgelehnten dezentralisierten Landesausstellung über die schlechte Anbindung an Neat und "Bahn 2000", von der gescheiterten Dezentralisierung der Bundesverwaltung ganz zu schweigen. Auffallend ist auch - das ist wirklich bemerkenswert -, wie schnell jeweils die Ostschweiz ins Abseits manövriert wird, wenn es im Interesse der Nation darum geht, Kompromisse zu schliessen.

Ich bitte nicht alle Tage. Zu Kreuze kriechen liegt auch nicht in meinem Naturell. Aber hier im Raume Rapperswil-Jona ist nun wirklich Handlungsbedarf angesagt. Ich möchte Sie bitten, im Minimum den Punkten 1 und 2 der Empfehlung zuzustimmen. Punkt 1 und 2 sind wirklich wichtig, damit die seit Jahrzehnten notwendige Umfahrung Jona-Rapperswil endlich realisiert werden kann.