von Siebenthal Erich · Nationalrat · 2014-05-06
von Siebenthal Erich · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2014-05-06
Wortprotokoll
In der Waldpolitik 2020 fordert der Bundesrat die Ausschöpfung des Potenzials der Nutzung von Holz aus einheimischen Wäldern, was eine sehr wichtige Aussage der Waldpolitik 2020 ist; dies mit gutem Recht. Fast alle Leistungen des Waldes, die auch der Öffentlichkeit dienen, hängen von der Waldbewirtschaftung ab. Dank der Waldbewirtschaftung haben wir sauberes Trinkwasser, sind wir vor Naturgefahren geschützt, haben wir eine höhere Artenvielfalt, findet CO2-Bindung statt und werden unsere Einwohner mit dem biologischen und einheimischen Rohstoff Holz versorgt.
Wenn Sie die Untersuchungen zu diesem Thema beachten, erkennen Sie, dass die Waldbesitzer ihre Hausaufgaben gemacht haben: In den erschlossenen Wäldern ist das Potenzial einer nachhaltigen Holznutzung weitgehend ausgeschöpft. Die grossen Reserven liegen in Wäldern, die nicht erreichbar sind, weil die Erschliessungen fehlen.
Was sind Erschliessungen? Erschliessungen sind nicht in jedem Fall gleichbedeutend mit neuen Strassen. Vielerorts reicht der Einsatz von Seilkränen aus, damit das Holz ohne den Bau von neuen Strassen genutzt und die Wälder bewirtschaftet werden können. In gewissen Gebieten ist der Bau von Strassen aber unumgänglich, wenn wir unsere Wälder auch bewirtschaften wollen. Waldbesitzer werden jedoch nie Strassen fordern, wo keine nötig sind. Die Unterhaltskosten bleiben nämlich anschliessend an ihnen hängen. Die Angst gewisser Kreise, es könnten überflüssige Strassen angelegt werden, ist unberechtigt.
Die Ausschöpfung des Potenzials der Nutzung von einheimischem Holz ist ein Anliegen der Öffentlichkeit, des Bundes. Ansonsten hätte der Bund das Anliegen nicht in die Waldpolitik 2020 geschrieben. Wie der Bundesrat aber gleichzeitig zum Schluss kommt, dass er für das dazu notwendige Instrument, die Erschliessung dieser Wälder, nicht zuständig sei, ist nicht nachvollziehbar. Das ist klar ein Widerspruch. Das war nicht immer so: Vor einigen Jahren war der Bund für die Erschliessung zuständig. Somit ist es befremdend, dass der Bundesrat heute Forderungen aufstellt, aber die nötigen Massnahmen für deren Erfüllung nicht ergreift.
Wenn Sie mit Waldbesitzern sprechen, deren Wälder in jenen Gebieten liegen, wo das Holznutzungspotenzial am höchsten ist, wird Ihnen die überwiegende Mehrheit bestätigen, dass Erschliessungen die Grundvoraussetzung dafür sind, dass der einheimische Rohstoff Holz genutzt und der Bevölkerung zugänglich gemacht werden kann. Das Anliegen ist dringlich, denn die Vorräte steigen in diesen Gebieten ständig an. Der Wald wird dadurch zunehmend unstabil und kann seine Leistungen immer weniger erfüllen. Das [PAGE 657] genannte Ziel der Waldpolitik 2020, das Holzpotenzial auszuschöpfen, gilt es umzusetzen. Denn unsere Wälder sind verlässliche Rohstofflieferanten.
Daher bitte ich Sie, die Motion zu unterstützen.