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Hadorn Philipp · Nationalrat · 2013-03-12

Hadorn Philipp · Nationalrat · Solothurn · Sozialdemokratische Fraktion · 2013-03-12

Wortprotokoll

Beim Sammeln der Unterschriften für die Cleantech-Initiative vor dem Einkaufszentrum unseres Industriedorfs Gerlafingen hörte ich mehrfach: endlich ein konkreter Weg, wie unsere Energiepolitik auch gegenüber kommenden Generationen vertretbar werden kann!

Während meiner Jugend trugen wir noch Taschen mit der Aufschrift "Jute statt Plastik". Von mir als AKW-Gegner wurde der Verzicht auf alle elektronischen Geräte erwartet. Auch heute gilt es, Möglichkeiten des Verzichts zu prüfen und damit Energie zu sparen. Gleichzeitig haben wir jetzt aber eine konkret umsetzbare Variante, die es ermöglicht, die Energieversorgung auf erneuerbare Energien umzurüsten und den Verbrauch dank dem technischen Wissensstand zu reduzieren. Vorbei ist die Zeit, als ein Ausstieg aus der Atomenergie mit dem Einzug in eine Höhle abseits jeglicher Zivilisation in Verbindung gebracht wurde. Die Cleantech-Initiative ist eine zeitgemässe Antwort, die es uns ermöglicht, unseren Lebensstandard modern, nachhaltig und ökologisch mit erneuerbaren Energien zu sichern.

Sollten von Einzelnen in diesem Saal besondere Vorbehalte gegen den Erlass von Vorschriften über den Energieverbrauch von Anlagen, Fahrzeugen und Geräten bestehen, ist dies für mich schwer nachvollziehbar. Brauche ich tatsächlich eine Auswahl von hundert Kühlschränken? Haben wir uns familiär endlich geeinigt, welche Innenraumaufteilung der neue Kühlschrank haben soll, folgt dann noch die Berücksichtigung der Energieeffizienz, was den Meinungsbildungsprozess erneut von vorne beginnen lässt. Effizienter für den Energieverbrauch und für unsere familieninternen Meinungsbildungsprozesse wäre es, wenn nur energiesparsame Geräte im Angebot wären - dank einer entsprechenden Regulierung. Auch eine möglicherweise leicht reduzierte Vielfalt an Modellen würde unsere Wahlfreiheit kaum merklich einschränken, aber effektiv unnützen Energiekonsum verhindern.

Für mich als Gewerkschafter ist die Entwicklung des Werkplatzes Schweiz von besonderer Bedeutung. Die Entwicklung der Energieeffizienz, aber auch die Perfektionierung der Hightech zur Nutzung der erneuerbaren Energien fördern die Vielfalt von Arbeitsplätzen, die wir dringend brauchen. Zahlreiche Gewerbler sind in den letzten Monaten bereits in diese erfolgversprechende Branche umgestiegen und profitieren von den wirtschaftlichen Impulsen. Die klare rechtliche Vorgabe, ab dem Jahr 2030 mindestens die Hälfte unseres Gesamtenergiebedarfs durch erneuerbare Energien zu decken, garantiert eine Umsetzung, die auch dem Gewerbe und der Industrie lohnende Investitionen ermöglicht. Inzwischen sind auch neue Berufsbilder entstanden, die den Erfolg der bevorstehenden Energiewende sichern.

Die Annahme dieser Initiative ist der notwendige Tatbeweis, dass wir als ganze Nation das Umdenken nach Fukushima auch umsetzen. Die von Atomkraftwerken ausgehende Gefahr ist schlichtweg untragbar - ökonomisch und ökologisch. Die Technologie zur Nutzung der erneuerbaren Energien bietet revolutionäre Möglichkeiten. Mit der Annahme der vorliegenden Initiative kann die Bevölkerung sehen, dass auch hier in Bern die Zeichen der Zeit erkannt werden.

Nutzen wir die Chance, und empfehlen wir die Cleantech-Initiative zur Annahme.