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Bäumle Martin · Nationalrat · 2011-09-21

Bäumle Martin · Nationalrat · Zürich · Fraktion CVP/EVP/glp · 2011-09-21

Wortprotokoll

Ein letzter Versuch: Der Tourismus hat ein Problem. Sie versuchen das Problem zu lösen, indem Sie die Hotelkredite um 100 Millionen Franken aufstocken wollen. Dieser Ansatz ist völlig falsch. Er wird hinter geschlossenen Türen auch von der Branche selber als nicht zielführend abgelehnt. Eigentlich machen Sie damit nichts anderes, als schlechtem Geld schlechtes nachzuwerfen. Hotels, die ihren Job gemacht haben, werden heute auf dem Markt problemlos zu günstigen Konditionen Geld erhalten. Sie würden mit solchen Massnahmen Unternehmungen, die schon in der Vergangenheit Probleme gehabt haben, unnötig stützen, sprich Strukturerhaltung betreiben. Eigentlich ist dieser Antrag völlig verfehlt.

Ich bitte Sie, der Minderheit zu folgen und diese Position zu streichen.

Ich habe aber einen Alternativvorschlag für Herrn Bundesrat Schneider-Ammann, wie man das Problem beim Tourismus angehen könnte. Ich schlage ihm vor, dass die Schweiz Sardinien kauft. Damit könnten Sie Italien unterstützen, das auch ein Problem mit den Finanzen hat. Italien würde damit etwas besser dastehen. Wir könnten damit auch [PAGE 1565] Tourismusförderung betreiben, wir hätten einen Meerzugang und könnten dort Hotels aufbauen. Auch die Energiepolitik könnten wir damit fördern. Sardinien hat für die Solar- und Windenergie eine sehr gute Lage, wir könnten dort sehr günstig Energieanlagen ohne kostendeckende Einspeisevergütung realisieren. Auch Bundesrat Maurer hätte allenfalls Freude daran, denn er könnte uns dann noch die Anschaffung einer U-Boot-Flotte vorschlagen. Für den Chef der Luftwaffe könnte man auch noch den ausgedienten Flugzeugträger der Franzosen übernehmen. Man könnte damit auch ihnen finanziell noch unter die Arme greifen. Last, but not least könnten wir auf Sardinien einen Offshore-Finanzplatz erstellen, was es ermöglichen würde, weiterhin Schwarzgeld zu parkieren. Das würde unseren Banken gefallen, zumindest einzelnen Bankern, und es würde zu neuen Einnahmen für das Eidgenössische Finanzdepartement führen.

Ich bitte Sie also, den Antrag der Minderheit zu unterstützen, und Herrn Bundesrat Schneider-Ammann bitte ich, den Alternativvorschlag wohlwollend zu prüfen.